Tier-kompakt

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Botulismus beim Pferd



Botulismus ist eine Krankheit die durch die Toxine des Baketeriums C. botulinum verursacht wird. Das Bakterium kommt weltweit im Erdboden und im Darmtrakt von Tieren vor. Die größte Ansteckungsgefahr für das Pferd besteht bei der Fütterung mit Silage. Ist in den Silageballen bei der Ernte ein totes infiziertes Tier gelangt, begünstigt die Lagerungsform der Silage die Vermehrung der Bakterien. Auch Rübenschnitzel können mit dem Toxin verunreinigt sein. Das abgegebene Toxin zählt zu einem der stärksten Nervengifte überhaupt. Schon geringe Menge reichen aus, um starke Vergiftungserscheinungen beim Pferd hervorzurufen. Verwandt mti diesem Nervengift ist z.B. das neuerdings in der Schönheitsbehandlung beim Menschen eingesetzte Botox.

Die Symptome reichen von Lähmungen der Skelettmuskulatur, Festliegen bei vollem Bewusstsein über Ataxie und Nervenstörungen bis hin zur Atemnot und Lähmung der Kaumuskulatur. Die ersten Symtome können bereits wenige Stunden nach der Futteraufnahme auftreten, durchaus aber auch erst nach einigen Tagen. Erst seit 2002 gibt es ein Antiserum, das frühzeitig verabreicht, die Krankheit heilen kann. Ansonsten gibt es kein Heilmittel und die Behandlung beschränkt sich auf die Linderung der Symptome. So wird z.B. bei Beeinträchtigung der Kaumuskulatur eine Ernährung des Pferdes durch eine Nasensonde erforderlich. Wird das Antiserum zu spät verabreicht oder war die aufgenommene Giftmenge zu groß, führt Botulismus unweigerlich zum Tod durch Atemlähmung. Selbst bei erfolgreicher Behandlung kann sich die Rekonvaleszenz bis zu einem halben Jahr hinziehen,je nachdem in welchem Umfang Nervenzellen betroffen waren. Ein Pferd nach erfolgreich behandeltem Botulismus muss ganz behutsam wieder aufgebaut werden, wenn man die ursprüngliche Leistungsfähigkeit des Tieres wiederherstellen will.

Besteht der Verdacht einer Vergiftung, muss der Tierarzt unverzüglich informiert und über den Verdacht auf Botulismus unterrichtet werden. Jede Verzögerung kann bei diesem starken Nervengift den Erfolg der Behandlung in Frage stellen.

Als Vorbeugung sollte man größten Wert auf qualitativ hochwertiges Futter legen. Silage oder Heu, welches schon Schimmelspuren enthält oder auch nur in geringem Maße muffig riecht, sollte auf keinen Fall mehr verfüttert werden. Silage oder Heulage hat den Nachteil, dass in den großen Rundballen eventuell befindliche tote Tiere erst sehr spät entdeckt werden könnten. Bei der klassischen Pferdefütterung, bei der zumeist kleine Heuballen verwendet werden, ist die Gefahr nicht so groß, Kadaver von toten Tieren zu übersehen.

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