Tier-kompakt

Beiträge und Tests rund um die lieben Vierbeiner

Archiv für 'Katzenkrankheiten' Kategorie

26, Jul 2007

Das Parvovirus ist der Verursacher der Katzenseuche, mit welchem sich meist junge Tiere im Alter von 6 Wochen bis 4 Monaten infizieren. Erste Anzeichen sind Lustlosigkeit, Müdigkeit und ein allgemeiner Zustand von Appetitlosigkeit. Dies ist bei Kitten insgesamt sehr auffällig. Die normalen Vitalfunktionen der Katze sind gestört, sodass sich auch Fieber mit über 40 Grad feststellen lässt.

Das größte Problem stellt der Wasserverlust dar, welcher durch den Durchfall entsteht. Bei einer Behandlung vom Tierarzt wird dieser das Tier mit einer Infusion aus Kochsalzlösung und Traubenzucker behandeln, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Da das Immunsystem durch den mit der Krankheit einhergehenden Verlust von weißen Blutkörperchen sehr geschwächt ist, geben die meisten Tierärzte noch Antibiotika.

Wird die Katze nicht behandelt, so kommt meist noch Erbrechen und Durchfall hinzu. Das Tier stirbt bei fehlender tierärztlicher Behandlung meist innerhalb von ein paar Tagen.
Das fatale ist, dass das Virus sehr zäh ist und jahrelang bestehen bleibt und somit immer wieder Katzen infizieren kann. Katzen können sich sogar in Räumen anstecken, in denen vor ein paar Jahren mal eine an Katzenvirus erkrankte Katze gelebt hat.

Eine Impfung der Kitten ist die sicherste Variante, um dieser qualvollen Krankheiten vorzubeugen.

24, Jul 2007

FIV: Katzen-Aids

Autor: tierkompakt

Leider gibt es auch unter unseren geliebten Fellnasen eine Krankheit, die dem HI-Virus beim Menschen sehr ähnlich ist: FIV. Daher nennt man es auch „Katzen-Aids“.
 
Übetragungswege
Das Virus wird hauptsächlich durch Bisse oder während des Deckaktes übertragen. Deshalb unterliegen Freigänger in Gegenden hoher Katzendichte einem erhöhten Risiko, sich zu infizieren.

Krankheitsverlauf
Wurde eine Infizierung bei der geliebten Katze festgestellt, so ist das nicht zwingend sofort der Anfang vom Ende. Eine infizierte Katze kann über viele Jahre hinweg gesund bleiben, bis schleichend eine Beeinträchtigung des Immunsystems erkennbar wird: Es häufen sich gesundheitliche Probleme mit unbekannter Ursache, z.B. Lymphknotenschwellungen, Fieber, Appetitlosigkeit und Gewichstverlust. Leider sind auch Verhaltenstörungen möglich.
Dieses Stadium kann bis zu einigen Jahren anhalten, bevor ein Krankheitsstadium ausbricht, das dem menschlichen Aids sehr ähnlich ist. Die Katze magert drastisch ab und die Anzahl der roten und weißen Blutkörperchen sinkt dramatisch. Entzündliche Hauterkrankungen und chronischer Durchfall kommen hinzu und generell treten in diesem angeschlagenen Zustand immer öfter Infektionen auf, weil das Immunsystem mittlerweile so schwach ist. Leider wird es selbst bei perfekter tierärztlicher Hilfe unweigerlich zum Tod kommen.
Diagnosemöglichkeiten
Es gibt einen Bluttest zum Nachweis der Virus-Infektion, der allerdings bis heute stark umstritten ist. Allerdings sagt man, dass der Test eher falsch-positiv statt falsch-negativ ist, was heißen soll, dass ein positiver Test nicht 100prozentig die Infektion belegt, sondern dass ein zweiter Test zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt werden sollte. Ist der Test jedoch negativ, so kann dieses Ergebnis durchaus Ernst genommen werden.
 
Therapie:
Es gibt, wie beim Menschen-Aids, bis heute keine Schutzimpfung oder Heilungsmöglichkeit des Virus. Man kann sein geliebtes Tier einzig unterstützen, indem man die Begleiterscheidungen mildert, also dass man zum Beispiel im Fall von chronischem Durchfall den Durchfall selbst bekämpft. Die Ursache kann man nicht bekämpfen.
Die wirksamste Vorbeugung besteht einzig in der Vermeidung der Übertragung von Katze zu Katze. Das bedeutet leider auch, dass eine FIV-erkrankte Katze keinen Freigang mehr genießen sollte und auch in der Wohnung nur noch allein gehalten werden darf. Das klingt  zunächst natürlich nicht mehr nach einer artgerechten Haltung, aber gewährt man einer infizierten Katze den Kontakt zu anderen Katzen und Freigang, so riskiert man zum einen einen schnelleren Ausbruch der Krankheit und zum anderen eine Übertragung auf andere Hauskatzen im Revier der eigenen Fellnase. Auch diese Katzen haben ein Zuhause in dem sie zur Familie gehören und geliebt werden, so dass man darauf unbedingt Rücksicht nehmen sollte.
Es gibt im Übrigen mittlerweile auch eine Therapie für Katzen, die der Chemo-Therapie beim Menschen sehr ähnlich ist. Dadurch könnte die Katzen einige Lebensmonate oder –jahre gewinnen, aber bedenkt bitte auch, wie anstrengend allein ein harmloser Tierarzt-Besuch für Eure Fellnasen ist und wägt ab, ob dieser Stress für das Tier wirklich zumutbar ist.