Tier-kompakt

Beiträge und Tests rund um die lieben Vierbeiner

Archiv für 'Pferdekauf' Kategorie

8, Nov 2010

Beim Pferdekauf  gibt es vieles zu beachten.

Das Pferd soll natürlich nicht nur gut zum Reiter passen, sondern auch gesund sein. Da man jedoch in der Regel Pferd und Vorbesitzer nicht kennt, ist eine Abschätzung des Gesundheitszustandes schwierig. Abhilfe schafft hier die Ankaufsuntersuchung (AKU), der sogenannte „Pferde-TÜV“.

Seit 2002 gibt es die sogenannte Schuldrechtsreform, nach der ein Pferd innerhalb des Kaufrechts jeder anderen Kaufsache gleichgestellt ist. Das bedeutet, dass der Verkäufer zwei Jahre für etwaige Mängel der Kaufsache haftet. Aus diesem Grund hat nun nicht mehr nur der Käufer ein Interesse an der AKU, sondern auch der Verkäufer.
Bei der AKU wird zunächst der Allgemeinzustand des Pferdes untersucht, hierzu gehört das Abhören von Herz und Lunge, Kontrolle von Haut und Fell sowie das Feststellen von Temperatur, Puls und Atemfrequenz in Ruhe. Diese werden später auch nach Belastung geprüft. Zusätzlich werden Nervensystem, Augen, Atmungssystem, Herz, Maul und Kot untersucht, um etwaige Abweichungen von der Norm festzustellen.

Um zu prüfen, ob das Pferd schmerzfrei läuft muss es nach dem Abtasten von Beinen und Rücken auf einer geraden Strecke und in einer engen Wendung vortraben. Anschließend werden die Beine einzeln gebeugt (Beugetest). Eventuell vorhandenes Husten, Ausfluss, Atemgeräusche und Lahmheiten nach Belastung werden ebenfalls registriert.

Diese Untersuchungen zeigen bereits offensichtlichen Krankheiten oder Schmerzen des Pferdes. Besonders bei jungen Pferden, die regelmäßig auf Turnieren vorgestellt werden sollen, ist jedoch eine sogenannte „große AKU“ sinnvoll, bei der zusätzlich Röntgenbilder von Rücken und Beinen gemacht werden. Diese ist natürlich auch bei Freizeitpferden nicht verkehrt, da Röntgenaufnahmen Hinweise auf mögliche Krankheiten geben können, auch wenn das Pferd bisher keine Symptome zeigt. Kennt man den Verkäufer des Pferdes nicht, sollte man außerdem auf eine Blutprobe bestehen, um diese auf Schmerzmittel und andere Medikamente hin untersuchen zu lassen.

Durchgeführt werden sollte die AKU von einem Tierarzt, dem man vertraut. Wenn die Möglichkeit besteht, sollte man das Pferd für einige Tage mitnehmen und die Untersuchung vom eigenen Tierarzt oder in einer nahen Tierklinik durchführen lassen. Dann weiß man auch sicher, wie stark das Pferd an den vorangegangenen Tagen belastet worden ist.

Die Kosten für die AKU liegen zwischen 100 und 1000€, je nach dem was gemacht werden soll (Blut, Röntgenuntersuchung). Es gibt keine allgemeine Regelung dafür, wer diese Kosten übernimmt. Daher sollte man sich vorab mit dem Verkäufer einigen. Eine häufige Variante ist es, dass der Käufer die Kosten trägt, wenn er mit dem Ergebnis zufrieden ist und ein Kaufvertrag zustande kommt. Im anderen Fall trägt der Verkäufer die Kosten. Auch eine Teilung der Kosten ist möglich.

7, Apr 2010

Zweimal im Jahr, immer dann, wenn der Fellwechsel bevorsteht, ist das Immunsystem der Tiere soweit abgesenkt, dass es für Viren und Bakterien ein Leichtes ist, in den Pferdekörper einzudringen. Hierbei brauchen die Pferde meistens Unterstützung von Außen, um diesen Fellwechsel problemlos zu überstehen.

Auch staubige Reitplätze, Pollen in der Luft und Schimmelsporen am Heu sind ein hohes Risiko für eine jede Pferdelunge. Also gilt es die Unterkünfte und Offenställe so sauber wie nur möglich zu halten.

Die Anfälligkeit der Pferde in dieser vorübergehenden Zeit ist sehr hoch. Deshalb sollten die Pferdezüchter und Besitzer sowie auch die Reiterse vorbeugend Unterstützen. Es gibt viele verschiedene Methoden, um das Immunsystem zu stärken und den Infektionen eine gute Abwehr bieten zu können.

Vorbeugend zu handeln ist sicher das Beste. Durch Inhalieren wird der Schleim verflüssigt und kann somit auch leichter abgehustet werden.

Letztendlich gibt es wohl kaum eine bessere Vorbeugung, als die frische Luft und wenn es schon zum Husten gekommen ist, ist es ganz sicher falsch, das Pferd dick einzupacken und wegzustellen. Das Pferd darf nicht schwitzen, es muss nur warm sein. Besonders ältere Pferde haben das Bedürfnis nach mehr Wärme.

Die vollständige Genesung wird meistens wie auch beim Menschen erzielt: viel frische Luft, nicht zu dick eingepackt, etwas Hustensaft, auch eventuell der gleiche, wie beim Menschen nur mehr und Bewegung.

27, Jul 2008

Hat man sich für ein Pferd entschieden und die Ankaufsuntersuchung abgeschlossen, so geht meistens alles sehr schnell. Ein Pferde Kaufvertrag regelt die Einzelheiten des Verkaufes. Hier findet man einen kostenlosen Vordruck: Kaufvertrag. In der Regel zahlt man dem Verkäufer eine Anzahlung und vereinbart einen Termin zur Abholung des Pferdes.

Bis dahin muss der Käufer noch einige organisatorische Kleinigkeiten klären.

An erster Stelle steht hierbei natürlich der neue Einstellplatz. Der Käufer muss den Einzug des Pferdes in die Box / Offenstall ankündigen und auch hier einen Vertrag schließen. Dieser nennt sich Einstellungsvertrag / Pensionsvertrag. In ihm wird geregelt, zu welchen Bedingungen und Preisen das Pferd gehalten wird. Weidegang und Spezialfutter sind hierbei genau so wichtig wie Hallennutzung und Sonderleistungen wie Boxenmisten.

Ist der Tag des Transportes bestimmt, so empfiehlt es sich eine Transportversicherung abzuschließen. Diese ist vom Grundgedanken her eine Pferde Lebensversicherung, da sie dem Besitzer den Wert des Pferdes ersetzt, wenn dieses beim Transport ums Leben kommt. Diese Transportversicherung bezahlt man mit einem Einmalbeitrag, der sich nach der Kilometerhöhe und dem Wert des Pferdes richtet. Wichtig ist hierbei, dass die Transportversicherung 48 Stunden vor dem Transport beantragt wird, damit die Versicherung gegebenenfalls Rückfragen stellen kann.

Ebenso sollte die Pferde-Haftpflichtversicherung für das neue Pferd spätestens 24 Stunden vor Ankunft abgeschlossen sein.

Ansonsten gibt es hier noch eine Checkliste, welche die wichtigsten Zubehörutensilien beinhaltet, die man beim vor dem Pferdekauf besitzen sollte.

7, Nov 2007

Ist der TÜV / die Ankaufsuntersuchung bestanden und der Kaufvertrag geschlossen, so ist die Vorfreude auf den Tag der Tage wohl am größten.

Was die Anschaffung und der Unterhalt eines Pferdes kostet, haben wir bereits geschrieben. Wern gut geplant hat und den Schritt des Pferdekaufs geht, der muss sich nun um die Grundausstattung des Pferdes Gedanken machen.

Jeder Pferdebesitzer wird Tag für Tag oder nur Jahr für Jahr neues Reitsportzubehör kaufen. Entweder weil das alte den Geist aufgegeben hat, oder weil man sich in eine Satteldecke verliebt hat, oder wiel das Pferd in einem neuen Umfeld eingesetzt werden soll.

Für die allerste Grundausstattung muss zum Preis des Pferdes ansich noch einmal mit mindestens 1000 Euro gerechnet werden. Hier mal die kürzeste Liste mit Reitsportzubehör, das wirklich bei der Ankunft des Pferdes vorhanden sein sollte:

– Halfter und Führstrick

– Putzzeug. Hierbei sollte neues Putzzeug angeschafft werden, damit sich keine Viecher von dem einen Pferd aufs nächste übertragen.

– Zaumzeug mit Zügeln. Es ist zweitrangig, ob eine mexikanische-, englische-, oder hannoveranische Trense gewählt wird, hauptsache sie passt.

– das passende Trensengebiss in der richtigen Länge

– ein Sattel mit Steigbügeln und Sattelgurt, je nach Einsatz des Pferdes im Dressursport oder Springreiten. Hierbei sollte ein Termin mit einem Sattler vereinbart werden, der den Rücken und den Körperbau des Pferdes analysiert und den dazu passenden Sattel empfiehlt.

– eine Satteldecke oder Schabracke

– eine Abschwitzdecke, damit sich das Pferd in den kühlen Jahreszeiten nicht verkühlt und noch einen schlimmen Husten bekommt

Auch den Versicherungskram kann man bereits vorab regeln, denn der Versicherungsbeginn kann einfach der Tag sein, an dem das Pferdchen im neuen Stall ankommt. Die Pferdehaftpflicht, die Pferde OP Versicherung und die Unfallversicherung für den Reiter sind ein absolutes MUSS! 

Wer sich ein mal mit der Kostenexplision beim Husten oder Hufrollenentzündung von Pferden beschäftigt hat, der sollte auch über eine Krankenvollversicherung nachdenken, die dann wenigstens 60% der Kosten erstattet.

Der letzte Schritt der Vorbereitung – neben den geladenen Akkus im Fotoapparat :) – ist die Telefonnummer des Tierarztes. Bei langen Transporten und sensiblen Pferden macht es unter Umständen auch Sinn, wenn man mit dem Tierarzt gleich einen Termin am Tag der Ankunft vereinbart. Lieber ein mal mehr drüber geschaut, als ein mal zu wenig!

26, Jun 2007

Analog zu den Anschaffungskosten für Katze und Hund, möchte ich auch mal die Anschaffungs- und vorallem Unterhaltskosten eines Pferdes auflisten.

Auch ich habe meine Eltern mit dem Thema “eigenes Pferd” bis zu meinem 19. Lebensjahr genervt. Seit einigen Jahren besitze ich nun ein Pferd und habe es aus eigener (finanzieller) Kraft geschafft. Aber ganz ehrlich – so richtig habe ich das Ausmaß an dem was da kommt, nicht wirklich richtig eingeschätzt.

Anschaffung:
Den Preis eines Pferdes kann man kaum in einen Preisrahmen setzen. Er ist abhängig von der Rasse, dem Alter, der Abstammung und der Ausbildung. Dies ist wahrlich auch beim Hunde der Fall, aber die Preisspanne bei Pferden ist wohl größer als die bei Autos :) 

Für ein Fohlen kann man schon 1.000 Euro bei solider Abstammung zahlen, für ein 4 jähriges Pferd ohne Ausbildung mit soliden Grundgangarten ca. 3.500 Euro. Ist das Pferd bereits in der Ausbildung gewesen, hat erste Turniererfolge eingefahren und eine gradlinige Abstammung eines Zuchtverbandes, so explodieren die Preise.

Man sollte sich ein eigenes Limit setzen und sich ganz genau vor der Suche überlegen, was man von dem Tier erwartet. Vor allem muss der “Verwendungszweck” immer im Kopf gehalten werden. Will ich Züchten, im Gelände tingeln, will ich im großen Viereck bis S plaziert werden oder möchte ich bei Reitertagen ein kleines E Springen gehen? All diese Gründe benötigen ein anderes Pferd und einen anderen Anspruch. Nur so können nachher Pferd und Reiter in Harmonie zusammen arbeiten.

Ausrüstung:
Das wohl teuerste Stück – neben dem Pferdchen ansich – ist der Sattel. Die Preisspanne bei neuen Sätteln liegt irgendwo zwischen 600,00 und 3.000 Euro. Maßanfertigungen kosten natürlich mehr. Nun kann man denken: “Ich eine Maßanfertigung? So ein Snop bin ich nicht!” Aber was tun, wenn das Pferd eine so individuelle Sattellage und Schulterpartie hat, dass nur noch der Maßsattel in Frage kommt?

Grundsätzlich halten die Sättel der hochwertigen Marken wie Passier, Schumacher und Stübben aber auch länger als ein Pferdeleben. Es kann sich demnach wirklich lohnen, einen gebrauchten Sattel dieser Marken zusammen mit einem guten Sattler auszusuchen und dem Pferdchen anzupassen.

Neben dem Sattel benötigt man natürlich noch:
eine Trense (100,00 Euro),
ein Gebiss (30,00 – 90,00 Euro),
Gamaschen und Bandagen (60,00 Euro),
Decken für den Winter und Fliegendecke (150,00 Euro),
Longiergurt (100,00 Euro),
Putzzeug (50,00 Euro),
Kappzaum (80,00 Euro),
Gerte, Longe und Satteldecken…usw. Auch das ist in Summe nicht unerheblich

Unterkunft:
Was ein Pferd an monatlichen Pensionskosten mit sich bringt, hängt stark von den gebotenen Leistungen und der Haltungsform ab. Einen Platz im Offenstall ohne Reithalle und Außenplatz kann man für 150,00 Euro monatlich bekommen. Einen Platz in einer Paddockbox des Stalltraktes mit 2 Reithallen, Führanlage und Koppelservice kostet je nach Lage 375,00 Euro im Monat. Futter kostet meist zusätzlich.

Futter:
Das günstigste und neben dem Heu wohl auch das wichtigste ist der Hafer. Ein Sack Hafer kostet ca 15,00 Euro und reicht auch für ein normales Pferdchen im Monat. Aber nun ist es ja so, dass verschiedene Müslis den Markt erobern, welche gut und gern das doppelte kosten. Hinzu kommt Mineralfutter (16,00 Euro), eventuell Leinöl für das Fell (5 Euro pro Liter) und auch die Möhrchen schlagen irgendwann zu buche, wenn das Kilo wieder 0,80 Euro kostet. Leckerlis und ab und an eine Kräuterkur zählen ebenso mit hinein.

Tierarzt:
Dies ist der größte Unsicherheitsfaktor, den man als Pferdebesitzer haben kann. Neben den komplett planbaren Kosten wie Wurmkur und Impfungen (ca 200,00 Euro im Jahr) kommen die nicht planbaren Kosten. Ein Husten kann durch Anfahrt des Arztes, schleimlösenden Mitteln wie Venti plus oder Equimucin schnell 400,00 Euro kosten. Eine Zahnbehandlung (1x jährlich durchzuführen) kostet zwischen 80,00 und 120,00 Euro. Viel schlimmer sind Faktoren wie Kolik (1.500 Euro) oder Lungenspülung (900,00 Euro) und diese Liste kann man unendlich fortführen.

Versicherungen:
Gegen viele Risiken und unerwartete Ausgaben kann man sich inzwischen absichern. An erster Stelle steht hierbei die Pferdehaftpflichtversicherung, diese gibt es für 70,00 Euro im Jahr. An zweiter Stelle sollte die OP Kostenversicherung stehen, welche z. B. die Kosten einer Kolik erstattet. Kostet ca 120,00 euro im Jahr. Um sich gegen die finanziellen Rückschläge von Husten, verstauchten Beinen oder angerissenen Sehnen zu versichern, empfiehlt sich die Krankenvollversicherung, welche die ambulanten Kosten ersetzt. Diese kostet jedoch 420,00 Euro im Jahr. All diese Versicherungen erscheinen teurer als das ganze Pferd, aber wer das erste Mal 1.500 Euro Klinikrechnung in der Hand hatte, sieht das wahrscheinlich anders :)

Hufpflege:
Der Schmied muss meist alle 8 Wochen die hufe ausschneiden, raspeln oder neu beschlagen. Je nachdem, ob und welche Eisen gewählt werden, muss man mit 20,00 – 120,00 Euro rechnen. Spezialbeschläge für Spatpatienten werden noch etwas teurer sein.

Reitzubehör:
Zu guter Letzt möchte doch auch der Reiter auf dem Pferd nicht nur gut aussehen, sondern vor allem sicher reiten. Dazu gehört eine Reitkappe (80,00 Euro), eine Sicherheitsweste (100,00 Euro), Sicherheitssteigbügel (100,00 Euro). Für das hübsche Äußere benötigt man eine Reithose (ca. 80,00 Euro), Lederstiefel (ab ca. 350,00 Euro) und ein paar wettergeeignete Jacke sowie Handschuhe.

Ehrlich gesagt mag ich als Pferdebesitzer gar nicht ausrechnen, was mich das Tier im Jahr kostet. Aber hergeben würd ich sie auch nicht mehr :)

24, Mai 2007

Die Beugeprobe beim TÜV

Autor: tierkompakt

In jeder Ankaufsuntersuchung wird die sogenannte Beugeprobe vom Tierarzt durchgeführt. Und schon vorher beschäftigt sich fast jeder damit, was man machen wird, wenn sie positiv ausfällt.

Ist dies ein Zeichen von Unbrauchbarkeint? Kann man daraus auf Spat un Arthrose deuten? Kann man ein Pferd trotzdem kaufen?

Letztlich sollte, wie bei der gesamten Ankaufsuntersuchung, der “Verwendungszweck” des Pferdes im Vordergrund stehen. Niemals aus den Augen lassen, wofür man das Pferd kaufen möchte.

Mit der Beugeprobe ist das Abbiegen eines oder mehrer Gelenke zur Provokation von Schmerz gemeint. Die Beugeprobe wird an jedem Bein extra durchgeführt und ist im Ergebis dann positiv, wenn das Pferd beim folgenden Vortraben lahmt. Aber auch dann gibt es nicht nur schwarz und weiß.

Unter den Reitern herrscht zum einen die Meinung, dass man jedes Pferd “lahm beugen” kann. Wenn ein Tierarzt beispielsweise statt 90 Sekunden das Pferdegelenk 3 Minuten beugt, dann wird das Tier mit Sicherheit einige Schritte lahm gehen. Ebenso ist es wichtig, dass das Bein korrekt gebeugt wird und man nicht noch zusätzlichen Schaden anrichtet.

Eine korrekt durchgeführte positive Beugeprobe zeigt jedoch, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist. Dies muss nicht gleich Unbrauchbarkeit bedeuten. Man muss betrachten, wie sich die positive Beugeprobe äußert. Also wie lange wurde gebeugt, wie lange ging das Pferd lahm? Wenn das Tier nach 3 Minuten beugen nur zwei Schritte lahm geht ist es etwas anderes, als wenn ein anderes Pferd nach 90 Sekunden beugen auf drei Beinen lahm geht und in den Wendungen was wegbricht.

Wenn man auf Nummer sicher gehen will, dann sollte man nach einer positiven Beugeprobe Röntgenbilder erstellen lassen oder in einer Klinik des Vertrauens einen Rundumcheck machen lassen.

22, Mai 2007

Die Emotionen schäumen über, wenn es an den Kauf eines Pferdes geht. Ist die Entscheidung nach der Ankaufsuntersuchung gefallen, so möchte man den Vierbeiner am liebsten gleich einpacken und mitnehmen. Jedoch Vorsicht: ein gesprochenes Wort als Kaufvertrag reicht nicht mehr aus.

Schon bei Ebay liest man in vielen Auktionen, dass private Verkäufer einen Ausschluss des EU Käuferrechtes voraussetzen: nämlich den Verzicht auf Umtausch, Garantie und Gewährleistung. Dies sollte man beim Pferdekauf natürlich niemals tun.

Die FN hat eine Infoseite herausgegeben, auf der man die wichtigsten Inhalte zum Thema Beweislast, Rückgaberecht, Verjährung oder Haftungsverzicht.

Ein detaillierter Kaufvertrag sichert beiden Vertragspartnern mehr Sicherheit zu. Angaben wie Lebensnummer, Name, Abstammung, Zuchteintragung, Alter und äußerlichen Merkmalen sollten immer genannt sein. Die Unterlagen der Ankaufsuntersuchung (Röntgenbilder, Abschlussprotokoll) müssen ebenfalls dem Vertrag beigefügt werden.

Das Ziel ist es, das gesamte Tier zum Datum des Verkaufes zu beschreiben, um eine schriftliche und detaillierte Grundlage für eventuelle Unstimmigkeiten zu haben. Mögliche Turniererfolge können bei der FN angefragt werden, die Verkaufsanzeige liefert meist notwendige Informationen zu den Charaktereigenschaften des Pferdes und auch die Terminde des Probereitens (sofern schon möglich) sollten festgehalten werden.

Sind die Modalitäten um das Tier geklärt, so bleibt nur noch zu klären wann wie viel Geld zu zahlen ist, ob eine Anzahlung vereinbart wird und wann der neue Besitzer die notwenidigen Papiere erhält. Die Besitzurkunde sollte der Verkäufer erst nach Erhalt des kompletten Kaufbetrages an den Käufer übergeben. Den Equidenpass sollte der Käufer spätestens zum Transport besitzen.

Für den Transport eignet sich eine Transportversicherung, welche für ein paar Euros das Todesrisiko des Pferdes deckt. Sollte das eigene Pferd auf Grund eines Autounfalls beispielsweise niemals eintreffen, so ist es zumindest von Vorteil wenn man den Kaufpreis von der Versicherung zurück erhält.  

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11, Mai 2007

Zum Start der neuen Turniersaison steigen die Pferdekäufe wieder an. Für all die, die nicht ein bereits geprüftes Pferd mit 1er TÜV von einem Handler oder einem Gestüt kaufen, steht das Thema Ankaufsuntrsuchung oder eben der TÜV direkt hinter dem Thema Finanzierung.

Wichtig ist, dass der Gesundheitszustand des Tieres zum Einsatzzweck passt. Sicher sind an ein Pferd das im Grand Prix gehen soll andere Anforderungen zu stellen als an ein Pony für die kleine Tochter. Möchte man ein junges Pferd für den Leistungssport kaufen, so sollte man weniger Kompromisse eingehen als bei einem älteren Pferd, das man zwei Tage die Woche ruhig im Gelände reiten möchte.

Wenn mit dem Besitzer der Termin für eine Ankaufsuntersuchung gemacht wird,  so muss unbedingt vorher geklärt werden, wer die Kosten dafür trägt. Mögliche Varianten sind, dass bei positiver Untersuchung der Käufer die Kosten trägt und bei einem schlechten Befund der Verkäufer die Kosten trägt. Teilen der Kosten bietet sich auch an. Die Untersuchung kann zwischen 100 und 1000 Euro liegen.

Meist ist es aber so, dass sich das Herz schon in die Augen des Tieres verliebt hat. Da spezielle Krankheiten jedoch enorme Kosten mit sich bringen, sollten einige von ihnen vorher ausgeschlossen werden. Die Ankaufsuntersuchung gibt es in der Regel in zwei Stufen: die große und die keine Untersuchung.

Bei der kleinen Ankaufsuntersuchung – auch kleiner TÜV genannt – erfolgt eine Untersuchung des Allgemeinzustandes des Pferdes. Dazu wird die Lunge und das Herz abgehört, das äußere Erscheinungsbild an Haut und Fell eingeschätzt, sowie die Temperatur, Puls und Atemfrequenz gemessen. Um herauszufinden, ob das Pferd Schmerzen oder offensichtliche Krankheiten hat, wird nun der Bewegungsapparat sowie die Leistungsfähigkeit an Hand des Atmungssystems getestet. Im normalen Ablauf folgt nun also das Abtasten der Beine und des Rückens, das Vortraben an der Hand und die Beugeprobe. Das Traben kann auch nochmals fünf Minuten an der Longe verlängert werden, um danach den Puls und die Atmung unter Belastung zu prüfen.

Stellt sich heraus, dass das Pferd zum Beispiel auf die Beugeprobe positiv reagiert in dem es unklar läuft, so sollte bei bestehendem Interesse die sogenannte große Ankaufsuntersuchung gemacht werden. Diese unterscheidet sich letztlich nur darin, dass zu den Standarduntersuchungen noch Röntgenaufnahmen gemacht werden. Huf, Fessel und Sprunggelenk werden durchleuchtet um Chips, Anzeichen von Spat oder Veränderungen an der Hufrolle zu erkennen.

Nun kommt der für den Interessenten meist wichtigste Teil. Das Ergbnis der Untersuchung an Hand des Protokolls. Aus diesem hat der Tierartz alle Ergebnisse vermerkt und spricht eine TÜV-Klasse für das Pferd aus. Einen 1er TÜV findet man seltenm einen 2er TÜV schon eher. Dies ist abhändid davon, welche Mängel der Tierartz festgestellt hat.

Ratsam ist es, sich vor dem großen Tag zu überlegen, mit welchen Kompromissen man an die Untersuchung herangeht, entsprechend des Einsatzzweckes des Tieres. Eine positive Beugeprobe kann ein absolutes No-go sein, für manche ist es die Erkenntnis von Spat. Letztlich sollte aber auch der Preis des Pferdes zum Untersuchungsergebnis passen.