Tier-kompakt

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Christine W. erhält Polizeischutz vor Gericht – wer hat die Pferde geschützt?



Hier die neusten – und unfassbaren – News aus dem aktuellen Prozess von Christine Wels aus Plön: 

Dank einem Kommentar von Sören, hier der Artikel aus der shz.de 

“Die Pferdequälerin: Polizeischutz vor Gericht

Sie kannte kein Erbarmen, ihre Pferde stöhnten und bluteten. Immer wieder Brach sie den Willen der Tiere mit brutalen Methoden. Zum Auftakt des Prozesses mussten nun Polizisten Reiterin Christine W. schützen.

Die Angeklagte Christine Simone-Anke Auguste W. (60) mit ihren Anwälten Andreas Schulz (li.) und Oliver Wallasch (re). Foto: dpa
Die Polizei ist mit acht Mannschaftswagen angerückt. Beamte einer Einsatzhundertschaft sichern alle Eingänge des Kieler Landgerichts. Die Angeklagte hat Morddrohungen erhalten. Dressurreiterin Christine W. (60) soll Pferde erbarmungslos traktiert und gequält haben. Im Internet kann sie nun lesen, dass man ihr die Zähne mit einer Zange herausreißen würde, sollte man ihr begegnen.

Justizbeamte durchsuchen alle Zuschauer, die dem Prozess in Saal 232 beiwohnen wollen. Mit Metalldetektoren wie am Flughafen. Das Gesicht von Christine Simone-Anke Auguste W., so ihr vollständiger Name, wirkt verbittert, angespannt und müde, sie wird zu den Vorwürfen schweigen.

“Sie schlug unaufhörlich auf das Pferd ein”

Die ehemalige Weltcup-Teilnehmerin ist angeklagt, von September 2006 bis Juni 2007 in Norderstedt (Kreis Segeberg) und Halstenbek (Kreis Pinneberg) in 15 Fällen Pferden aus Rohheit erhebliche Schmerzen zugefügt zu haben. “Sie schlug unaufhörlich auf das Pferd ein, riss am Zügel, so dass das Tier Verletzungen im Maul erlitt und an den Flanken dicke Striemen hatte”, sagt der Staatsanwalt über das Leiden der Fuchsstute “Wolke”. Von einer anderen Reiterin angesprochen, habe Christine W. geantwortet: “Was wollen Sie eigentlich, das Pferd blutet ja gar nicht.” Auch mit der Gerte habe die Angeklagte immer wieder zugeschlagen, Pferde durch harte Tritte mit Sporen misshandelt und ihnen die Köpfe mit Ausbindezügeln qualvoll tief gegen die Brust gedrückt.

Es gibt einen Beweis dafür, wie Christine W. mit den ihr anvertrauten Pferden umging – einen Videofilm. Die Verteidiger würden gerne verhindern, dass er gezeigt wird: “Wenn wir diese Bilder sehen, brennen sie sich ein”, erklärt Rechtsanwalt Oliver Wallasch. “Das kann man nicht mehr wegwischen.”

Christine W. missachte alle ethischen Grundsätze

Das ist wahr. Was in dem Dressurviereck des Reiterhofes Immenhorst in Norderstedt heimlich gefilmt wurde, lässt die Zuschauer im Gerichtssaal verstummen. Rund vierzig Minuten wehrt sich die braune Fuchsstute “Wolke” verzweifelt gegen Schläge, Sporentritte und ruckartiges Reißen am Zügel – dreht sich im Kreis, bockt, bäumt sich auf, stöhnt, schweißnass und in Panik. Ihre Reiterin, Christine W., macht ungerührt weiter und gönnt dem Tier nur zum Telefonieren vom Sattel aus eine kurze Pause.

“Das Pferd will sie loswerden”, kommentiert Reiterin Anita Friske (21) aus Groß Nordsee die Bilder. “Die Bewegungen des Schweifes zeigen, wie groß Angst und Schmerzen dieses Tieres sind. Das ist kein Training, ich weiß gar nicht, was das soll.” Dieter Stut, Geschäftsführer der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, meint: “Das Pferd wird nur gequält nach dem Motto: Dich werde ich schon kleinkriegen.” Christine W. missachte alle ethischen Grundsätze des Pferdesports und der Turniersportbedingungen, verstoße gegen das Tierschutzgesetz.

Trotz Berufsverbots quälte sie weiter

Das Video ist im Mai 2007 enstanden. Zu dieser Zeit war Christine W. wegen der Misshandlung von Pferden bereits rechtskräftig mit einem Berufsverbot belegt. Auch dieser Verstoß wird nun verhandelt. Ihre Einnahmen aus dem betreffenden Zeitraum, 23.000 Euro, hat der Staat eingezogen. Im September 2007 folgte eine Verurteilung wegen Tierquälerei durch das Amtsgericht Plön. Christine W. ging nach Dänemark. Und auch dort wurde sie bei der Misshandlung von Pferden gefilmt.

“Frau W. hat eine gefühllose, das Leiden der Tiere missachtende Gesinnung”, sagt der Staatsanwalt. Der Prozess wird Donnerstag fortgesetzt. In sieben Verhandlungstagen sollen zehn Zeugen und zwei Gutachter gehört werden.”
 

9 Kommentare to “Christine W. erhält Polizeischutz vor Gericht – wer hat die Pferde geschützt?”

  1. Bobtracker » Blog Archive » Christine W. erhält Polizeischutz vor Gericht - wer hat die Pferde geschützt? Sagt:

    […] Brach sie den Willen der Tiere mit brutalen Methoden. Zum Auftakt des Prozesses mussten […] Christine W. erhält Polizeischutz vor Gericht – wer hat die Pferde geschützt? […]

  2. Louis Sagt:

    …einfach unerträglich anzusehen dieses Video, was für ein Monster diese Frau.- und für was? Damit ein paar egogestörte Dressurreiter im schwarzen Frack sich eine Belchmedaille an die Wand hängen können. Was für eine seelenlose , geistesgestörte Menschheit…
    Diese Frau macht mich krank.,..

  3. Julia Sagt:

    Wie gut tut es, dass Frau Wels endlich vor Gericht steht. Eine Schande für den Reitsport aber leider !KEIN! Einzelfall! Ich kenne Frau Wels noch von vor 20Jahren, damal war sie in Bayern und ich kann sagen, dass sie schon damals gequält hat. Hoffentlich tauchen noch ganz viele Videos auf von all den Dressur – und Springreitern! Es ist entsätzlich was da abgeht!Man muss nur mal bei den Dressur Olympiasiegerinnen vorbei schauen!!! Grüße nach Holland

  4. robinson Sagt:

    Ich kenne Frau W. vom Gestüt Nehmten, dort hat sie schon die Pferde misshandelt, jeder hat damals 2003/2004 weggeguckt. Frau Wels ist bekannt für ihre Methoden. Die, die ihre Pferde bei ihr in Beritt gegeben haben, wussten was mit Frau W. los war und haben damit ihre Methoden unterstützt. Diese Pferdebesitzer sollte man auch mit bestrafen! Wo ist hier eigentlich die Verhältnismässigkeit?? In unserem Land werden Kinder missbraucht, da wird kein grosser Wirbel gemacht und es gib keine 7 Gerichtstermine. Auch für die anderen Profis, die morgens hinter verschlossenen Türen ihre Pferde quälen, geht das Quälen weiter. Da war Frau W. ja noch authentisch. Hier geht es nicht darum, Gerechtigkeit zu schaffen, sondern um auf einer alten Frau rumzudreschen, die gerade ihren Mann verloren hat. Dieser ganze “pferdesport” ist doch so verkommen, da gibt es nur Kohle, Neid, Lug und Betrug. Und gerade dieses unsportliche Verhalten wird sich durch eine Neuverurteilung von Frau Wels nicht ändern. UND DAS IST DANN KEIN ERFOLG.
    Robinson

  5. Hyde and Seek Sagt:

    Tierquälerin Christine Wels…

    Tierquälerei: FN stellt Strafanzeige
    Warendorf. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) hat den tierquälerischen Umgang von Christine Wels erneut aufs Schärfste verurteilt und reagiert damit auf Videoaufzeichnungen (RTL, 6. Oktober), die der Öffe…

  6. Dora Sagt:

    Es wurde jemand endlich erwischt.
    Einer oder eine unter tausenden.
    Die Menge tobt und beschwert sich und droht.
    Wer geht in die örtlichen Reitvereine, wo Kiddis und Teenes schon frühzeitig mit Sporen auf ein stures Pony gesetzt werden.
    Wo kein Monty Roberts oder Pferdeflüsterer sich die Zeit nimmt ein Pferd “gewaltfrei”
    als Sportkamerad an den Menschen zu gewöhnen.
    Natürlich geschehen im Hochleistungs-Pferdesport die größten “Sauereien”, auch Doping ist für mich das megaletzte, aber es lohn sich generell bei Underdocks-Turnieren mal zu filmen.

  7. Gina Florenz Sagt:

    Eine Geldstrafe oder ein Beufsverbot helfen hier NICHTS!! Ich habe gesehen, wie zynisch und respektlos sie mit ihrem todkranken Mann umgegangen ist… man kann nur hoffen, dass eines Tages der “richtige” sie trifft!

  8. Rainer Sagt:

    traurig ;-(, was man so liest,
    und traurig wieviele Tiere im Winter leiden müssen, weil
    Menschenherzen nicht
    lieben.

  9. Anja Sagt:

    Ich denke jeder, der derartige Tierquälereien mitbekommt, sollte die Verantwortlichen mit höchstmöglicher Verachtung strafen und möglichst öffentlich machen und klarstellen, dass so etwas unmenschlich ist. Je mehr Leute z.B. eindeutiges Bildmaterial liefern und je häufiger diese Personen tatsächlich angezeigt und bestraft werden, desto weniger wird es hoffentlich in der Zukunft davon geben. Es ist höchste Zeit, dass ein Ruck durch die Reiterwelt geht und von allen Seiten klar gezeigt wird, dass Gewalt und Folter im Reitsport nichts zu suchen hat. Egal ob in der großen Sportwelt oder im Freizeitbereich. Auch die offiziellen Verbände sollten sich DEUTLICH und öffentlich distanzieren und wieder hinkommen zu ehrlicher Pferdeausbildung!

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