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Das Eindecken von Pferden im Reitsport



Das Eindecken von Pferden ist ein wichtiges und oft besprochenes Thema im Reitsport.

Wenn sich der Pferdehalter mit dem Thema Eindecken der Pferde beschäftigen, dann müssen mehrere Aspekte beachtet werden.

1) Das Arbeitspensum der Pferde
Wenn das Pferd auch im Winter oft gearbeitet wird, so sollte das Pferd zu Beginn der kalten Jahreszeit eingedeckt werden. Das Eindecken verhindert größtenteils, dass ein dickes Winterfell gebildet wird und das Pferd vermehrt bei der Arbeit schwitzt. Pferde mit dickem Winterfell trocknen nach der Arbeit sehr schwer, was ein hohes Risiko der Erkältung mit sich bringt. An dem Punkt muss der Pferdehaltern beispielsweise das Risiko des Pferdehusten gegen das regelmäßige Eindecken abwägen.

2) Die Haltungsform und Rasse der Pferde
Bei der Frage zum Eindecken der Pferde muss auch danach unterschieden werden, welcher Rasse das Pferd angehört und wie es gehalten wird. Robuste Pferde in der Offenstallhaltung, so zum Beispiel ein Norweger oder Isländer, müssen – solange sie gesund sind – das Jahr über nicht eingedeckt werden. Sie haben von Natur aus ein dichtes und dickes Fell. Ein Andalusier hingegen wird in einem Offenstall bei Regen und Schnee anders reagieren und vermutlich über eine Decke sehr dankbar sein. Generell würde diese Pferderasse eher in einer Box stehen und eine Decke tragen, da sie nicht zu den robusten Pferden zählen.

3) Das Alter und die Gesundheit der Pferde
Ein ständig tobendes 6jähriges Pferd muss generell anders behandelt werden, als ein 25 Jahre alter Rentner. Junge, gesunde und vor allem agile Pferde können die Körpertemperatur gut halten und frieren auch bei kalten Außentemperaturen kaum.

Das Eindecken der Pferde

Wer sich dafür entscheidet, sein Pferd einzudecken, der sollte damit in den ersten kühlen Tagen im September bereits mit einer dünnen Übergangsdecke beginnen. Sobald die Temperatur unter 15°C fällt, kann das Pferd schon den ganzen Tag eingedeckt bleiben. Dies zielt aber vor allem auf die Verminderung des Winterfelles ab.

Bei unter 10°C wird die Übergangsdecke dann gegen eine dickere, wärmere Decke ausgetauscht. Das Eindecken verhindert, dass das Winterfell lang wird, jedoch gewinnt es trotzdem an Dichte.

Im Allgemeinen verkraften Pferde Temperaturschwankungen bis 40°C problemlos. 

Aber Achtung: auch beim Eindecken können kleinere Probleme entstehen, wie beispielsweise dass sich das Pferd beim Aufstehen in der Decke verfängt. Sollte das wiederholt auftreten, so ist vermutlich die Deckengröße nicht optimal ausgewählt worden. Bei eher korpulenten Pferden ist es ratsam, mit einer Brusterweiterung zu arbeiten, statt eine größere Decke zu wählen.

Wer einen Bauchgurt verwendet, der sollte darauf achten, dass dieser eng angelegt wird. Nur etwa eine flache Hand zwischen Bauch und Gurt reichen aus, um dem Pferd die nötige Bewegungsfreiheit zu gewähren. Es werden auch oft Schweifriemen in die Decke eingearbeitet, die verhindern, dass das Ende der Decke nach vorne rutscht.

Gegen das Rutschen der Decke helfen auch sogenannte Beinschnüre. Sie werden vor und hinter das Hinterbein in Ösen angebracht und an der Decke eingehängt. Diese sollten relativ lose geschlossen werden und um Druckstellen oder Verletzungen des Pferdes zu vermeiden, dreht man die Schnüre einmal bevor man sie einhängt.

Generell gilt: jeder Pferdebesitzer sollte sein Pferd gut beobachten und individuell entscheiden ob und wie er es eindecken sollte.

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