Tier-kompakt

Beiträge und Tests rund um die lieben Vierbeiner

Archiv für März, 2010

31, Mrz 2010

Ohrmilben bei Hund und Katze

Autor: tierkompakt

Entstehung und Krankheitsbild von Ohrmilben

Ohrmilben (Otodectes cynotis) gehören zur Gruppe der Räudemilben. Die 350 – 400 µm großen Parasiten leben hauptsächlich im äußeren Gehörgang und in der inneren Ohrmuschel von Fleischfressern (Carnivoren) wie Hunde und Katzen. In manchen Fällen können sie sich auf andere Körperregionen, wie Kopf, Hals oder Rumpf, ausbreiten. Da Milben nicht wirtsspezifisch sind, können sie auch auf andere Tiere oder Menschen übertragen werden.
Ohrmilben werden vor allem durch direkten Kontakt mit befallenen Tieren übertragen. Jungtiere, insbesondere Katzen, sind wesentlich häufiger betroffen.
Die Milben stechen die Haut an und ernähren sich von der austretenden Lymphflüssigkeit und von Hauptschuppen. Zu Beginn verursacht dies leichten Juckreiz, Rötungen und Schwellungen. Im weiteren Krankheitsverlauf kommt es zu einer vermehrten Absonderung von Ohrenschmalz (Cerumen), erkennbar als dunkelbraunes bis schwarzes, krümeliges Sekret, das als dicker Pfropf den gesamten Gehörgang verlegen kann. An den Ohrrändern können sich Krusten und Borken bilden. Die Folge davon sind Entzündungen im Gehörgang.
Sekundärinfektionen mit Bakterien sind in diesem Stadium leicht möglich, da die lokalen Abwehrmechanismen durch die milbenbedingten Veränderungen des Gehörgangepithels geschwächt sind. Dabei kann es zu eitrigen Absonderungen kommen. In diesem Stadium sind die Milben manchmal nicht mehr nachzuweisen.
Bei ausbleibender Behandlung kann es zur Verletzung des Trommelfells bis hin zu einer folgenschweren Mittelohrentzündung kommen.

Diagnose der Ohrmilben

Das erste Erkennungszeichen für Milbenbefall ist, wenn Tiere heftig den Kopf schütteln und unaufhörlich an den Ohren kratzen, wobei oftmals Verletzungen am Ohr entstehen.
Wird das Ohr und der Gehörgang mit Hilfe eines Ohrspiegels (Otoskopes) betrachtet, sind lebende Milben und Eier erkennbar.
Unter dem Mikroskop können nach der Entnahme von Ohrsekret ebenso Milben und Milbeneier nachgewiesen werden.

Behandlung von Ohrmilben

Ohrmilben sollten immer vom Tierarzt behandelt werden.
Eine gründliche Reinigung des äußeren Gehörganges ist Voraussetzung für die weitere Behandlung, da Medikamente ansonsten weder an die gesamte Ohrschleimhaut noch zu den Milben vordringen könnten. In schweren Fällen ist eine Ohrspülung nötig.
Anschließend kann ein Präparat (Spot-On, Salbe) gegen Milben und Ohrenentzündung aufgetragen werden.
Eine zweite Behandlung nach ca. zwei Wochen ist notwendig, um eine völlige Ausheilung zu garantieren und alle Parasiten abzutöten, da der Entwicklungszyklus einer Milbe durchschnittlich drei Wochen dauert.
In jedem Fall ist es wichtig, dass alle Tiere, die mit dem befallenen Tier Kontakt hatten, mit behandelt werden. Ebenso ist eine gründliche Umgebungsbehandlung notwendig.

Vorbeugemaßnahmen gegen Ohrmilben

Falls möglich sollten gesunde Tiere von Befallenen ferngehalten werden, dabei sollte vor allem der Kontakt mit streunenden, wildlebenden Tieren vermieden werden.
Eine regelmäßige Kontrolle der Ohren ermöglicht es einen Befall frühzeitig zu erkennen. Ebenso können freiverkäufliche Ohrreiniger angewandt werden. Sie werden in den Gehörgang geträufelt und gut einmassiert und erleichtern dabei die Ablösung von Dreck und Ohrenschmalz. Die Ohren können so sauber und gesund gehalten werden, dass ein anfälliges Milieu für Milben erst gar nicht entsteht.