Tier-kompakt

Beiträge und Tests rund um die lieben Vierbeiner

Archiv für November, 2010

22, Nov 2010

Hengste werden heutzutage aus verschiedenen Gründen kastriert: zum einen weil sie eine Zuchtzulassung nicht erfüllen und daher eine Vermehrung verhindert werden soll oder weil ihr hengsttypisches Verhalten für den Menschen nicht mehr händelbar ist.

Die Kastration gerade von älteren Hengsten (6Jahre und älter) stellt ein erhöhtes Risiko dar. Durch die späte Kastration kommt es zu einem sehr abruptem Hormonabbruch welcher zur Hormonmangelsituation fortschreiten kann. Diese zeigt sich dann durch Mattigkeit, Unlust am Fressen und kann bis zur kompletten Selbstaufgabe kommen. Das Temperament und die Ausstrahlung können durch die Kastration vollständig verloren gehen. Sollten derartige Komplikationen auftreten ist eine Hormonbehandlung mit langsamen absenken des Hormonspielgels durch einen Tierarzt erforderlich.

Es gibt heutzutage verschiedene Möglichkeiten der Kastration der Zeitpunkt hängt maßgeblich vom Alter des zu Kastrierenden Hengstes ab.

Die Kastration am stehenden Pferd:
Diese Methode wird heutzutage aufgrund des hohen Risikos für Komplikationen kaum noch durch geführt.

Die Kastration in Kurznarkose:
Das Pferd wird in einer nicht sterilen Umgebung nach Sedierung, mittels intravenöser Kurznarkose abgelegt. Der Operationsbereich wird soweit es die Gegebenheiten zulassen desinfiziert. Die Kastration selbst wird unter Ligatur(abbinden des Samenstrangs) durchgeführt. Die Wunde wird nicht verschlossen.

Risiken und Komplikationen der Kastration in Kurzzeitnarkose:
Wegen der offenen Wunde besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko und es ist möglich das sich eine Samenstrangfistel bildet, welche dann in einer Nachoperation in Vollnarkose operiert werden muss. Ein weiteres Risiko besteht durch die offene Wunde in einem Darmvorfall, welcher wenn nicht schnell genug erkannt in der Regel tödlich endet(Operation in Vollnarkose wird nötig). Ebenfalls besteht ein erhöhtes Risiko für Nachtblutungen durch nicht genug ligierte(abgebundene) Blutgefäße(erfordert ebenfalls eine Notoperation in Vollnarkose).Die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen nach der oben Beschriebenen Methode nimmt mit steigendem Alter des Pferdes zu.
Das Narkoserisiko selbst ist relativ gering es kommt nur sehr selten zu einem Herz oder Atmenstillstand. Das Risiko beim Aufstehen hängt von der jeweiligen Umgebung ab.

Kastration in Vollnarkose:
Die sicherste Methode ist die Kastration in Vollnarkose. Ab einem Hengst Alter von 3 Jahren ist von allen anderen Methoden abzuraten, da die Komplikationsrate einfach zu hoch ist. Die Operation wird in Vollnarkose in einer Klinik unter sterilen Bedingungen durchgeführt. Die Operationswunde wird nach Ligation (abbinden des Samenstranges) komplett verschlossen. Die Fäden lösen sich selbst auf und die Pferde können bereits nach einigen Tagen wieder geritten werden.

Risiken und Komplikationen der Kastration in Vollnarkose:
Die oben genannten Risiken für einen Wundinfektion, Darmvorfall oder Nachtblutungen sind durch die verschlossene Wunde deutlich geringer. Es treten kaum Wundschwellungen auf, sollte während der Operation eine zu große Leisten spalte festgestellt werden kann diese bereits währen der Operation verschlossen werden und somit das Risiko einen Darmvorfalls nochmals minimieren. Das Narkoserisiko ist gegenüber einer Kurnarkose nur unwesentlich höher. Das Auf steh Risiko ist durch die Aufwachbox auf ein Minimum reduziert. Diese Kastrationsmethode ist aus Sicherheitsgründen allen anderen Methoden vor zu ziehen.

Tierversicherung:
Die Kastration eines Hengstes fällt nicht unter den Leistungsbereich der Pferde OP Versicherung. Jedoch kann der Pferdehalter direkt eine Pferde Kastrationsversicherung abschließen, welche im Todesfall des Hengstes den finanziellen Wert des Pferdes erstattet. Die günstige Kastrationsversicherung für Hengste muss jedoch spätestens 48 Stunden vor der OP beantragt werden.

19, Nov 2010

Vasektomie bei Hunden

Autor: tierkompakt

Die Vasektomie bei Hunden ist der fachliche Begriff für eine Kastration. Das heißt, dass die Hormonproduktion gestoppt wird. Kastration kommt aus dem Lateinischen und bedeutet “entmannen”. Bei der Sterilisation dagegen wird der Hund nur unfruchtbar gemacht, die Hormonproduktion bleibt also weiterhin bestehen.

Der Eingriff bei einem Rüden besteht darin, dass ihm beide Hoden entfernt werden. Er ist also zeugungsunfähig. Der Eingriff dauert nicht lange, allerdings muss danach darauf geachtet werden, dass die Narben gut verheilen, damit es nicht zu Entzündungen kommt.

Oftmals entscheidet sich der Hundebesitzer für eine Vasektomie beim Rüden, um das Sozialverhalten anderen gegenüber erträglicher zu gestalten. Wenn es auch vielleicht ein bisschen hilft, so sollte man sich im Klaren darüber sein, dass die Erziehung noch viel wichtiger für das Sozialverhalten ist, als eine Vasektomie. Denn wenn in der Prägephase versäumt worden ist, dem Rüden Grundgehorsam beizubringen, dann wird er auch durch diesen Eingriff nicht lernen, dass es Grenzen gibt. Konsequenz und Ausdauer sind bei der Hundeerziehung wichtig. Wenn diese zwei Eigenschaften beim Hundehalter fehlen, kann auch eine Vasektomie den Charakter eines Hundes nicht ändern.

Den richtigen Zeitpunkt für eine Vasektomie sollte man mit dem Tierarzt seines Vertrauens absprechen, da es hier verschiedene Meinungen gibt.

Die Vasektomie einer Hündin ist ein größerer Eingriff. Hier werden die Eileiter und die Gebärmutter entfernt. Oftmals wird eine Vasektomie vorgenommen, wenn Erkrankungen auftreten, die mit der Läufigkeit in Zusammenhang stehen. Solche Erkrankungen sind z. B. Gesäugetumore, Gebärmutterhalsentzündungen oder eine Scheinschwangerschaft. Viele Tiermediziner plädieren für diesen Eingriff, da bei Hündinnen, die keine Welpen bekommen, das Risiko der Scheinträchtigkeit sehr hoch ist. Die wiederholte Scheinträchtigkeit wiederum erhöht das Risiko einer lebensbedrohlichen Gebärmutterentzündung.

Der Eingriff ist größer als beim Rüden. Die Narbe verläuft über dem Bauch. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Wunde gut verheilt und die Hündin nicht daran leckt, um Entzündungen zu vermeiden. Die Nachsorge der Wunde ist sehr wichtig. Genauso wichtig ist es, dass die Hündin einige Wochen keinen körperlichen Anstrengungen ausgesetzt wird. Die Entfernung der Gebärmutter ist ein großer Eingriff. Man bedenke: wir Menschen brauchen danach auch einige Zeit, um wieder volle körperliche Leistung zu bringen. Springen z. B. ist für die Hündin in dieser Zeit nicht empfehlenswert. Die Nachsorge der Wunde ist sehr wichtig.

Über den Zeitpunkt einer Vasektomie bei einer Hündin gibt es mehrere Meinungen. Ob man sich für den Eingriff vor oder nach der ersten Läufigkeit entscheidet, sollte auch hier mit dem Tierarzt abgesprochen werden.

17, Nov 2010

Die Pferdekrankeit Arthrose: als Arthrose bezeichnet man im allgemeinen genau wie beim Menschen die Erkrankung der Gelenke, bei welcher es zu einer Zerstörung des Gelenkknorpels kommen kann. Es ist eine degenerative Gelenkserkrankung und bis heute noch nicht heilbar. Die entstehenden Schmerzen können aber therapiert werden, um ein Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen oder gar zu stoppen. Wichtig ist, dass sich der Pferdehalter mit dieser Pferdekrankheit beschäftigt und das Pferd dem Krankheitsbild entsprechend hält.

Der Knorpelabbau beim Verlauf der Pferdekrankheit Arthrose kann durch eine unzureichende Nährstoffversorgung der Knorpelzellen sowie durch eine mechanische Überreizung hervorgerufen werden. Sobald es sich hierbei um eine chronische Erkrankung der Arthrose handelt, kann das Gelenk komplett steif werden und ist irreparabel. Sofern hier eine Behandlung möglich ist, sollte diese so schnell wie möglich begonnen werden. Die Arthrose schreitet meistens langsam voran, ist zu Beginn der Krankheit meist auch schmerzfrei. Am Anfang der Pferdekrankheit bemerkt man ein vermehrtes Stolpern, was aber nach einiger Bewegung wieder abnimmt, das Pferd muss sich sozusagen erst „einlaufen“. Allerdings treten die Symptome bei feuchtem und kalten Wetter vermehrt auf.

Bei der Pferdekrankheit Arthrose gibt es zwei Krankheitsbilder. Da gibt es einmal den „Spat“ und die „Schale“.

Bei Spat spricht man von einer arthritischen Erkrankung der Sprung- und Kniegelenke. Dazu gehören die akuten Entzündungen der Gelenke, Knochen und auch der Knochenhaut der Sprunggelenke. Weiterhin gehören auch Schädigungen der Gelenkoberflächen und Knochenumbildungen dazu, welche durch chronische Entzündungen hervorgerufen werden. Die Krankheit beginnt hier schleichend und kann sich über mehrere Jahre hinweg entwickeln, so dass eine Diagnose in den Anfangsstadien meist sehr schwer zu erkennen ist. Diese Art der Erkrankung sieht man oftmals bei Dressurpferden oder bei Trabern. Die Therapie kann in einem operativen Eingriff oder Wärmereiztherapie bestehen und kann durch einen geeigneten Hufbeschlag gefördert werden.

Bei dem anderen Krankheitsbild, der „Schale“, handelt es sich um die chronische Gelenkserkrankung der Zehengelenke. Sie äußert sich dahingehend, dass das Pferd auf einem oder mehreren Beinen lahmt. Die Erkrankung kann durch Überanstrengung und/oder Fehlstellung der Extremitäten oder auch durch falschem Beschlag hervorgerufen werden. Neben der Lahmheit kann auch eine feste Verdickung des Fesselbereiches auftreten.

Die Krankheit entwickelt sich entweder nach einem externen Trauma oder einer Zerrung des Gewebes im Bereich des Kronbeins oder des Hufbeines. Der Verlauf dieser Krankheit sieht meist so aus, dass sich Knochenzubildungen am Krongelenk oder am Hufgelenk bilden. Wenn diese Art der Erkrankung allerdings zeitig begonnen wird, bevor es zu einem übermäßigen Knochenwachstum kommt, besteht die Behandlung normalerweise in 3-4 Monaten Ruhe und Stützung der betroffenen Beine. Das Pferd sollte sich hierbei so wenig wie möglich bewegen. Sobald es aber bereits zu einem Knochenzuwachs gekommen ist, können nur noch entzündungshemmende Medikamente und Ruhe dem Pferd helfen.

Da die Behandlungskosten der Pferdekrankheit Arthrose sehr hoch werden könnnen hat wohl der Pferdehalterr Glück im Unglück, der frühzeitig die Pferde Krankenversicherung abgeschlossen hat. Diese Pferdeversicherung beteiligt sich an den Behandlungskosten der Arthrose beim Pferd.

16, Nov 2010

Bronchoskopie bei Pferdehusten

Autor: tierkompakt

Ein Schock für jeden Pferdebesitzer ist es, wenn das Pferd hustet. Leider sind derzeit viele Pferde und Pferdehalter davon betroffen: Pferdehusten. In dieser nassen Jahrszeit ist Pferdehusten keine Seltenheit und viele Pferdehalter sind verunsichert, wie sie vorgehen sollen.

Beim so genannten Pferdehusten ist schnelles Handeln gefordert. Die Bronchoskopie kann in dem Falle Leben retten. Der Tierarzt kann das Ausmaß des Pferdehustens meist nur durch eine Brochoskopie richtig erkennen. Die klassische Vorgehensweise beim Pferdehusten ist das Abhören durch den Tierarzt. Hier bleibt jedoch ein Restrisiko bestehen, da fest sitzender Schleim unter Umständen nicht gehört wird. Des Weiteren kann der Tierarzt durch das Abhören nicht erkennen ob die Schleimhäute gereitzt sind.

Bei der Bronchoskopie wird das Pferd in der Regel sediert. Manche Pferde können auch mit einer Nasenbremse untersucht werden, dies sind jedoch die Ausnahmen. Steht das Pferd ruhig und sicher in der Box, so führt der Tierarzt einen Schlauch durch die Nüstern des Pferdes ein. An dem Schlauch ist eine Kamera angebracht, die das Bild direkt auf einen Empfänger sendet. Der Tierarzt kann sich bei der Bronchoskopie gezielt den Kehlkopf anschauen, Schleimproben entnehmen und sehen, welcher Anteil vom Lungenvolumen des Pferdes mit Schleim gefüllt ist und wie tief dieser sich festgesetzt hat.

Wurde eine Schleimprobe entnommen, so wird die Probe in ein spezielles Labor geschickt um genau feststellen zu können, an was das Pferd erkrankt ist. Nur durch die Schleimprobe der Bronchoskopie kann festgestellt werden, welche Erreger das Pferd schwächen und ob das Tier schon Antikörper gegen den Pferdehusten entwickelt hat. Nach der Bronchoskopie kann der Pferdehusten gezielt behandelt werden. Wichtig hierbei ist es, dass die Anweisungen des Tierarztes befolgt werden. Darunter zählen die Überwachung der Medikation (zum Beispiel mit Antibiotika), das tägliche Inhalieren, die Unterstützung mit eventuellen Schleimlösern und die tägliche Bewegung.

Solange das Pferd noch am Pferdehusten leidet ist die Bewegung zwar wichtig, aber das Pferd sollte sich hierbei nicht überanstrengen. Ein Spaziergang oder ein Ausritt im Schritt reichen hier aus. Hintergrund zum Thema Bewegung ist Folgendes: nur wenn sich das Pferd bewegt, die Lungen arbeiten und sich der Körper aufwärmt, kann es zu dem so wichtigen Abhusten und Lösen des Schleimes kommen. Schleimlöser wirken immer nur in Kombination mit Bewegung!

Wer sich an diese Anweisung hält, vermindert das Risiko auf eine chronische Erkrankung des Pferdes, bedingt durch den Pferdehusten. Nach der Behandlung ist eine erneute Bronchoskopie vom Tierarzt notwendig, um die Genesung nach dem Pferdhusten feststellen zu können. Hat der Pferdebesitzer eine preiswerte Pferde Krankenversicherung, so kommt diese für die Behandlungskosten der Bronchoskopie auf. Die Behandlungskosten der Bronchoskopie liegen zwischen 80.00 und 180.00 Euro, je nachdem, ob eine Schleimprobe entnommen wird und wie aufwändig die Untersuchung verläuft. Die Pferde Krankenversicherung würde demnach auch die Medikation ersetzen, in dem sie sich an den Kosten für Schleimlöser und Antibiotika beteiligt.

8, Nov 2010

Hunde wie auch Katzen sind heute gefragte Haustiere und für die Halter wie ein wichtiger Teil der Familie. Umso wichtiger ist es daher, dass man sich vor der Anschaffung eines Tieres ganz genau überlegt, wie man sich in der ersten Zeit um das neue Familienmitglied kümmern möchte, denn genau wie ein Kind, müssen Tiere umsorgt werden und sich erst einmal in der neuen Umgebung eingewöhnen. Das gilt auch, wenn man sich noch einen zweiten Hund oder Katze anschafft und integrieren möchte, da es auch hier zu Problemen kommen könnte.

Besonders wichtig ist natürlich, dass man wichtige Utensilien wie einen Schlafplatz, Futter und Spielzeug besorgt und somit einen eigenen Platz einrichtet. Gerade die ersten Tage sind schwer, da der Welpe bzw. das kleine Kätzchen aus der gewohnten Umgebung und von der eigenen Familie entfernt wird und sich mit der neuen Situation erst noch anfreunden muss. Züchter empfehlen daher auch, dass man sich ein paar Tage nimmt, in welchen man wirklich den ganzen Tag da ist und sich um das neue Haustier kümmern kann. In dieser Zeit gewöhnen sich die Tiere an die neue Umgebung und die Menschen und gerade wenn andere Tiere schon im Haushalt sind, dann geht man so sicher, dass es nicht direkt zu einem Revierverhalten kommt. Auch Hund und Katze kommen im Normalfall gut miteinander aus, wenn man als Besitzer dafür sorgt, dass es nicht zu Gründen für eine Eifersucht kommt und man sich um beide gleichermaßen kümmert.

Bei kleinen Welpen ist es in den ersten Nächten nicht nur wichtig, dass man des Öfteren raus geht, damit das Tier sich erledigen kann, sondern bei einigen kann es auch dazu kommen, dass viel gewimmert und gejault wird. Die neue Umgebung und die fehlende Mutter sind oft sehr schwer zu verstehen für einen solchen Hund. Aus diesem Grund kann man den Schlafplatz neben das eigene Bett stellen und einen einfachen Wecker dazustellen. Dies soll den Herzschlag der Mutter nachahmen und sorgt für Sicherheit und ein gutes Gefühlt, dass jemand da ist.

Neben all den Vorbereitungen ist das wichtigste aber, dass der Hund oder die Katze mit offenen Armen empfangen wird und man sich gerade in den ersten Zeit viel um das Tier kümmert und mit ihnen spielt und zeigt, dass man es liebt. So gewöhnt sich der Hund bzw. die Katze relativ schnell ein und nimmt einen festen Platz in der Familie ein. Nicht nur die Haustiere profitieren von dieser Zeit, sondern auch als Herrchen wird man so schnell eine Bindung aufbauen können, da alle Beteiligten sich erst einmal an die neue Situation gewöhnen müssen.

8, Nov 2010

Beim Pferdekauf  gibt es vieles zu beachten.

Das Pferd soll natürlich nicht nur gut zum Reiter passen, sondern auch gesund sein. Da man jedoch in der Regel Pferd und Vorbesitzer nicht kennt, ist eine Abschätzung des Gesundheitszustandes schwierig. Abhilfe schafft hier die Ankaufsuntersuchung (AKU), der sogenannte „Pferde-TÜV“.

Seit 2002 gibt es die sogenannte Schuldrechtsreform, nach der ein Pferd innerhalb des Kaufrechts jeder anderen Kaufsache gleichgestellt ist. Das bedeutet, dass der Verkäufer zwei Jahre für etwaige Mängel der Kaufsache haftet. Aus diesem Grund hat nun nicht mehr nur der Käufer ein Interesse an der AKU, sondern auch der Verkäufer.
Bei der AKU wird zunächst der Allgemeinzustand des Pferdes untersucht, hierzu gehört das Abhören von Herz und Lunge, Kontrolle von Haut und Fell sowie das Feststellen von Temperatur, Puls und Atemfrequenz in Ruhe. Diese werden später auch nach Belastung geprüft. Zusätzlich werden Nervensystem, Augen, Atmungssystem, Herz, Maul und Kot untersucht, um etwaige Abweichungen von der Norm festzustellen.

Um zu prüfen, ob das Pferd schmerzfrei läuft muss es nach dem Abtasten von Beinen und Rücken auf einer geraden Strecke und in einer engen Wendung vortraben. Anschließend werden die Beine einzeln gebeugt (Beugetest). Eventuell vorhandenes Husten, Ausfluss, Atemgeräusche und Lahmheiten nach Belastung werden ebenfalls registriert.

Diese Untersuchungen zeigen bereits offensichtlichen Krankheiten oder Schmerzen des Pferdes. Besonders bei jungen Pferden, die regelmäßig auf Turnieren vorgestellt werden sollen, ist jedoch eine sogenannte „große AKU“ sinnvoll, bei der zusätzlich Röntgenbilder von Rücken und Beinen gemacht werden. Diese ist natürlich auch bei Freizeitpferden nicht verkehrt, da Röntgenaufnahmen Hinweise auf mögliche Krankheiten geben können, auch wenn das Pferd bisher keine Symptome zeigt. Kennt man den Verkäufer des Pferdes nicht, sollte man außerdem auf eine Blutprobe bestehen, um diese auf Schmerzmittel und andere Medikamente hin untersuchen zu lassen.

Durchgeführt werden sollte die AKU von einem Tierarzt, dem man vertraut. Wenn die Möglichkeit besteht, sollte man das Pferd für einige Tage mitnehmen und die Untersuchung vom eigenen Tierarzt oder in einer nahen Tierklinik durchführen lassen. Dann weiß man auch sicher, wie stark das Pferd an den vorangegangenen Tagen belastet worden ist.

Die Kosten für die AKU liegen zwischen 100 und 1000€, je nach dem was gemacht werden soll (Blut, Röntgenuntersuchung). Es gibt keine allgemeine Regelung dafür, wer diese Kosten übernimmt. Daher sollte man sich vorab mit dem Verkäufer einigen. Eine häufige Variante ist es, dass der Käufer die Kosten trägt, wenn er mit dem Ergebnis zufrieden ist und ein Kaufvertrag zustande kommt. Im anderen Fall trägt der Verkäufer die Kosten. Auch eine Teilung der Kosten ist möglich.

5, Nov 2010

Das Eindecken von Pferden ist ein wichtiges und oft besprochenes Thema im Reitsport.

Wenn sich der Pferdehalter mit dem Thema Eindecken der Pferde beschäftigen, dann müssen mehrere Aspekte beachtet werden.

1) Das Arbeitspensum der Pferde
Wenn das Pferd auch im Winter oft gearbeitet wird, so sollte das Pferd zu Beginn der kalten Jahreszeit eingedeckt werden. Das Eindecken verhindert größtenteils, dass ein dickes Winterfell gebildet wird und das Pferd vermehrt bei der Arbeit schwitzt. Pferde mit dickem Winterfell trocknen nach der Arbeit sehr schwer, was ein hohes Risiko der Erkältung mit sich bringt. An dem Punkt muss der Pferdehaltern beispielsweise das Risiko des Pferdehusten gegen das regelmäßige Eindecken abwägen.

2) Die Haltungsform und Rasse der Pferde
Bei der Frage zum Eindecken der Pferde muss auch danach unterschieden werden, welcher Rasse das Pferd angehört und wie es gehalten wird. Robuste Pferde in der Offenstallhaltung, so zum Beispiel ein Norweger oder Isländer, müssen – solange sie gesund sind – das Jahr über nicht eingedeckt werden. Sie haben von Natur aus ein dichtes und dickes Fell. Ein Andalusier hingegen wird in einem Offenstall bei Regen und Schnee anders reagieren und vermutlich über eine Decke sehr dankbar sein. Generell würde diese Pferderasse eher in einer Box stehen und eine Decke tragen, da sie nicht zu den robusten Pferden zählen.

3) Das Alter und die Gesundheit der Pferde
Ein ständig tobendes 6jähriges Pferd muss generell anders behandelt werden, als ein 25 Jahre alter Rentner. Junge, gesunde und vor allem agile Pferde können die Körpertemperatur gut halten und frieren auch bei kalten Außentemperaturen kaum.

Das Eindecken der Pferde

Wer sich dafür entscheidet, sein Pferd einzudecken, der sollte damit in den ersten kühlen Tagen im September bereits mit einer dünnen Übergangsdecke beginnen. Sobald die Temperatur unter 15°C fällt, kann das Pferd schon den ganzen Tag eingedeckt bleiben. Dies zielt aber vor allem auf die Verminderung des Winterfelles ab.

Bei unter 10°C wird die Übergangsdecke dann gegen eine dickere, wärmere Decke ausgetauscht. Das Eindecken verhindert, dass das Winterfell lang wird, jedoch gewinnt es trotzdem an Dichte.

Im Allgemeinen verkraften Pferde Temperaturschwankungen bis 40°C problemlos. 

Aber Achtung: auch beim Eindecken können kleinere Probleme entstehen, wie beispielsweise dass sich das Pferd beim Aufstehen in der Decke verfängt. Sollte das wiederholt auftreten, so ist vermutlich die Deckengröße nicht optimal ausgewählt worden. Bei eher korpulenten Pferden ist es ratsam, mit einer Brusterweiterung zu arbeiten, statt eine größere Decke zu wählen.

Wer einen Bauchgurt verwendet, der sollte darauf achten, dass dieser eng angelegt wird. Nur etwa eine flache Hand zwischen Bauch und Gurt reichen aus, um dem Pferd die nötige Bewegungsfreiheit zu gewähren. Es werden auch oft Schweifriemen in die Decke eingearbeitet, die verhindern, dass das Ende der Decke nach vorne rutscht.

Gegen das Rutschen der Decke helfen auch sogenannte Beinschnüre. Sie werden vor und hinter das Hinterbein in Ösen angebracht und an der Decke eingehängt. Diese sollten relativ lose geschlossen werden und um Druckstellen oder Verletzungen des Pferdes zu vermeiden, dreht man die Schnüre einmal bevor man sie einhängt.

Generell gilt: jeder Pferdebesitzer sollte sein Pferd gut beobachten und individuell entscheiden ob und wie er es eindecken sollte.