Tier-kompakt

Beiträge und Tests rund um die lieben Vierbeiner

Die große Ankaufsuntersuchung beim Pferdekauf



Beim Pferdekauf  gibt es vieles zu beachten.

Das Pferd soll natürlich nicht nur gut zum Reiter passen, sondern auch gesund sein. Da man jedoch in der Regel Pferd und Vorbesitzer nicht kennt, ist eine Abschätzung des Gesundheitszustandes schwierig. Abhilfe schafft hier die Ankaufsuntersuchung (AKU), der sogenannte „Pferde-TÜV“.

Seit 2002 gibt es die sogenannte Schuldrechtsreform, nach der ein Pferd innerhalb des Kaufrechts jeder anderen Kaufsache gleichgestellt ist. Das bedeutet, dass der Verkäufer zwei Jahre für etwaige Mängel der Kaufsache haftet. Aus diesem Grund hat nun nicht mehr nur der Käufer ein Interesse an der AKU, sondern auch der Verkäufer.
Bei der AKU wird zunächst der Allgemeinzustand des Pferdes untersucht, hierzu gehört das Abhören von Herz und Lunge, Kontrolle von Haut und Fell sowie das Feststellen von Temperatur, Puls und Atemfrequenz in Ruhe. Diese werden später auch nach Belastung geprüft. Zusätzlich werden Nervensystem, Augen, Atmungssystem, Herz, Maul und Kot untersucht, um etwaige Abweichungen von der Norm festzustellen.

Um zu prüfen, ob das Pferd schmerzfrei läuft muss es nach dem Abtasten von Beinen und Rücken auf einer geraden Strecke und in einer engen Wendung vortraben. Anschließend werden die Beine einzeln gebeugt (Beugetest). Eventuell vorhandenes Husten, Ausfluss, Atemgeräusche und Lahmheiten nach Belastung werden ebenfalls registriert.

Diese Untersuchungen zeigen bereits offensichtlichen Krankheiten oder Schmerzen des Pferdes. Besonders bei jungen Pferden, die regelmäßig auf Turnieren vorgestellt werden sollen, ist jedoch eine sogenannte „große AKU“ sinnvoll, bei der zusätzlich Röntgenbilder von Rücken und Beinen gemacht werden. Diese ist natürlich auch bei Freizeitpferden nicht verkehrt, da Röntgenaufnahmen Hinweise auf mögliche Krankheiten geben können, auch wenn das Pferd bisher keine Symptome zeigt. Kennt man den Verkäufer des Pferdes nicht, sollte man außerdem auf eine Blutprobe bestehen, um diese auf Schmerzmittel und andere Medikamente hin untersuchen zu lassen.

Durchgeführt werden sollte die AKU von einem Tierarzt, dem man vertraut. Wenn die Möglichkeit besteht, sollte man das Pferd für einige Tage mitnehmen und die Untersuchung vom eigenen Tierarzt oder in einer nahen Tierklinik durchführen lassen. Dann weiß man auch sicher, wie stark das Pferd an den vorangegangenen Tagen belastet worden ist.

Die Kosten für die AKU liegen zwischen 100 und 1000€, je nach dem was gemacht werden soll (Blut, Röntgenuntersuchung). Es gibt keine allgemeine Regelung dafür, wer diese Kosten übernimmt. Daher sollte man sich vorab mit dem Verkäufer einigen. Eine häufige Variante ist es, dass der Käufer die Kosten trägt, wenn er mit dem Ergebnis zufrieden ist und ein Kaufvertrag zustande kommt. Im anderen Fall trägt der Verkäufer die Kosten. Auch eine Teilung der Kosten ist möglich.

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