Tier-kompakt

Beiträge und Tests rund um die lieben Vierbeiner

Die Kastration bei Hengsten und ihre Risiken



Hengste werden heutzutage aus verschiedenen Gründen kastriert: zum einen weil sie eine Zuchtzulassung nicht erfüllen und daher eine Vermehrung verhindert werden soll oder weil ihr hengsttypisches Verhalten für den Menschen nicht mehr händelbar ist.

Die Kastration gerade von älteren Hengsten (6Jahre und älter) stellt ein erhöhtes Risiko dar. Durch die späte Kastration kommt es zu einem sehr abruptem Hormonabbruch welcher zur Hormonmangelsituation fortschreiten kann. Diese zeigt sich dann durch Mattigkeit, Unlust am Fressen und kann bis zur kompletten Selbstaufgabe kommen. Das Temperament und die Ausstrahlung können durch die Kastration vollständig verloren gehen. Sollten derartige Komplikationen auftreten ist eine Hormonbehandlung mit langsamen absenken des Hormonspielgels durch einen Tierarzt erforderlich.

Es gibt heutzutage verschiedene Möglichkeiten der Kastration der Zeitpunkt hängt maßgeblich vom Alter des zu Kastrierenden Hengstes ab.

Die Kastration am stehenden Pferd:
Diese Methode wird heutzutage aufgrund des hohen Risikos für Komplikationen kaum noch durch geführt.

Die Kastration in Kurznarkose:
Das Pferd wird in einer nicht sterilen Umgebung nach Sedierung, mittels intravenöser Kurznarkose abgelegt. Der Operationsbereich wird soweit es die Gegebenheiten zulassen desinfiziert. Die Kastration selbst wird unter Ligatur(abbinden des Samenstrangs) durchgeführt. Die Wunde wird nicht verschlossen.

Risiken und Komplikationen der Kastration in Kurzzeitnarkose:
Wegen der offenen Wunde besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko und es ist möglich das sich eine Samenstrangfistel bildet, welche dann in einer Nachoperation in Vollnarkose operiert werden muss. Ein weiteres Risiko besteht durch die offene Wunde in einem Darmvorfall, welcher wenn nicht schnell genug erkannt in der Regel tödlich endet(Operation in Vollnarkose wird nötig). Ebenfalls besteht ein erhöhtes Risiko für Nachtblutungen durch nicht genug ligierte(abgebundene) Blutgefäße(erfordert ebenfalls eine Notoperation in Vollnarkose).Die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen nach der oben Beschriebenen Methode nimmt mit steigendem Alter des Pferdes zu.
Das Narkoserisiko selbst ist relativ gering es kommt nur sehr selten zu einem Herz oder Atmenstillstand. Das Risiko beim Aufstehen hängt von der jeweiligen Umgebung ab.

Kastration in Vollnarkose:
Die sicherste Methode ist die Kastration in Vollnarkose. Ab einem Hengst Alter von 3 Jahren ist von allen anderen Methoden abzuraten, da die Komplikationsrate einfach zu hoch ist. Die Operation wird in Vollnarkose in einer Klinik unter sterilen Bedingungen durchgeführt. Die Operationswunde wird nach Ligation (abbinden des Samenstranges) komplett verschlossen. Die Fäden lösen sich selbst auf und die Pferde können bereits nach einigen Tagen wieder geritten werden.

Risiken und Komplikationen der Kastration in Vollnarkose:
Die oben genannten Risiken für einen Wundinfektion, Darmvorfall oder Nachtblutungen sind durch die verschlossene Wunde deutlich geringer. Es treten kaum Wundschwellungen auf, sollte während der Operation eine zu große Leisten spalte festgestellt werden kann diese bereits währen der Operation verschlossen werden und somit das Risiko einen Darmvorfalls nochmals minimieren. Das Narkoserisiko ist gegenüber einer Kurnarkose nur unwesentlich höher. Das Auf steh Risiko ist durch die Aufwachbox auf ein Minimum reduziert. Diese Kastrationsmethode ist aus Sicherheitsgründen allen anderen Methoden vor zu ziehen.

Tierversicherung:
Die Kastration eines Hengstes fällt nicht unter den Leistungsbereich der Pferde OP Versicherung. Jedoch kann der Pferdehalter direkt eine Pferde Kastrationsversicherung abschließen, welche im Todesfall des Hengstes den finanziellen Wert des Pferdes erstattet. Die günstige Kastrationsversicherung für Hengste muss jedoch spätestens 48 Stunden vor der OP beantragt werden.

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