Tier-kompakt

Beiträge und Tests rund um die lieben Vierbeiner

Die Rache der Natur – Gequälter Stier rächt sich an Torero



“Der scharf geschliffene Degen flog dem Stierkämpfer im goldbestickten Anzug im hohen Bogen aus der Hand. Ein Aufschrei ging durch die Arena von Valencia, als ein wütender Stier den Jung-Torero Pedro Marin mit einem Hornstoß in den Sand warf.
Der junge Kampfstier war vorher mit langen Widerhaken gequält worden, die ihm „Banderilleros” in den Nacken bohrten, um ihn zu reizen. Blut lief über das glänzende schwarze Fell.

Nach der Attacke bleibt Pedro am Boden und muss anschließend von Kollegen aus der Arena von Valencia getragen werden.
Pedro Marin, ein 21-jähriger „Novillero” (Stierkämpfer-Lehrling), wollte vor den begeisterten Fans seinen Mut beweisen: Er drehte sich mit dem roten Tuch, der Muleta, vor der Schnauze des schnaubenden Stiers – zu dicht!

Blitzschnell bohrte der von Schmerz geplagte „Toro” (Stier) das spitze Horn 35 Zentimeter tief ins Gesäß des jungen Spaniers und zerfetzte seine Oberschenkelvene.
„Das blutende Tier hat sich gerächt, als es den Torero mit dem Degen sah”, meinte ein ausländischer Zuschauer nach dem Vorfall.

Helfer drängten den Stier ab und trugen Pedro Marin in die Sanitätsstation der Arena.
Nach einer Notoperation an Ort und Stelle wurde er ins Generalhospital in Valencia gebracht. Er bekam Bluttransfusionen, liegt er auf der Intensivstation – es besteht Lebensgefahr!
Der 21-Jährige träumte davon, später als Matador in den größten Arenen Spaniens aufzutreten – für Gagen von 50 000 Euro, die für berühmte Stierkämpfer gezahlt werden.

In der Madrider Stierkämpfer-Schule werden pro Jahr rund hundert Schüler für eine vierjährige Ausbildung zum Torero aufgenommen.
Doch immer mehr Menschen im modernen Spanien wenden sich gegen die uralte Tradition dieses Kampfes Mann gegen Stier (die erste Arena wurde 1749 gebaut).
72 Prozent der Teilnehmer an einer Gallup-Umfrage zeigten kein Interesse mehr am Stierkampf. Seit 2007 überträgt das öffentlich-rechtliche Fernsehen keine Stierkämpfe mehr im Vorabendprogramm.

Katalonien will das grausame Gemetzel sogar verbieten lassen.

Vorauszusehen ist, dass Spanien irgendwann in Zukunft die „portugiesischen Corridas” einführen wird – in Portugal werden die besiegten Stiere am Leben gelassen und zur Zucht eingesetzt.”

Quelle

Kommentar schreiben