Tier-kompakt

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Hundeschule: Das Zerren und Ziehen an der Leine



Leider muss man oft beobachten, wie Hunde mit ihren Besitzern Gassi gehen. Der Hund vorneweg, die Besitzer hinterher. SO sollte das nicht sein und Spaß macht es maximal dem Hund.

Die Lösung zu einer vernünftigen Leinenführigkeit des Hundes liegt in einem Wort: Konsequenz. Aber genau darin liegt auch die größte Schwäche der meisten Hundehalter.

Was genau heißt Leinenführigkeit? Der Hund soll demnach an lockerer Leine neben dem Herrchen laufen und sich vorallem daran orientieren, wo der Mensch hingehen möchte. Bei den Hundehaltern, die eh immer die gleiche stupide Gassi-Runde wählen, mag das irgendwann gehen, aber wählt man immer wieder neue Strecken, so sollte die Entscheidungsmacht wohl doch beim Menschen liegen.

Hunde, die vom Welpenalter an immer an der Leine gezogen haben, die werden es vermutlich auch ihr ganzes Leben lang tun. Abhilfe schafft konsequentes Training zur Leinenführigkeit.

Die Zeiten, in denen man mittels eines Leinenruckes die Hunde 2m nach hinten gezogen hat, sollten vorbei sein. Man schadet nicht nur dem Kehlkopf des Tieres sondern löst bei solchem Verhalten auch körperliche Schmerzen und Verspannungen bei dem Hund aus. Aber auch den kraftvollen Ruck der Besitzer, bei dem der Hund manchmal auf den Rücken fliegt, sieht man oft. Warum? Klar, was dem Hund weh tut macht er irgendwann nicht mehr. Wer so denkt, der hat nichts von Hundeerziehung verstanden.

Die gewaltfreie Methode sieht so aus: der Hund läuft an der Leine. Wenn er zieht, bleibt man stehen. Und zwar IMMER! Man bleibt so lange stehen, bis der Hund sich umdreht und die Leine lockert. Das Verhalten wird belohnt durch ein freudiges “Fein” und gern auch durch ein Leckerchen, wenn der Hund sich von allein dem Besitzer nähert.

Ist Ruhe eingekehrt, so wird der Spaziergang fortgesetzt. Springt der Hund sofort wieder in die Leine um endlich weiterzukommen, bleibt man wieder stehen. Ja, es ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, dem nicht nachzugeben und wirklich konsequent stehen zu bleiben. Ich kann jeden Hundehalter verstehen, der bei kaltem Nieselregen sein Gartentor schon erblickt und dem ziehenden Hund nachgibt, weil er eigentlich auch lieber ins Trockene möchte. Wie aber soll der Hund nun verstehen, dass er mal ziehen darf und mal nicht?? Darf er auch mal Beißen und mal wieder nicht? Das ist inkonsequent und führt zu neuen Problemen.

Auch die Aufmerksamkeit des Hundes sollte der Hundehalter weitestgehend für sich erlangen. der Gedankenansatz muss daher immer der sein, dass man ein Tier für löbliches Verhalten motiviert und nicht eben wartes bis schlechtes Verhalten auftritt, dass man dann straft.

Der Hund, der locker neben der Leine läuft freut sich im Gegenzug über motivierende Worte des Herrchen, über Aufmerksamkeit und Lob. Bietet sich die Gelegenheit, den Hund von der Leine zu lassen, so sollte dies nach einigen aufmerksamen und locker an der leine gelaufenen Wegen geschehen und nicht deshalb, weil das Herrchen Unterarmschmerzen vom Zerren des Hundes hat.

Das Stehenbleiben kann auch durch einen Richtungswechsel ergänzt oder ausgetauscht werden. Zieht der Hund also nach vorn an der Leine, so geht das Herrchen spontan in die andere Richtung. Will der Hund nach links, geht man nach rechts. Auch hier übt dies die Aufmerksamkeit auf den Menschen zu lenken und das Gehorsam eines Hundes auszuprägen.

Der Hundehalter muss mit seiner Hundehaftpflicht abklären, ob Schäden, die in der Hundeschule passieren, mitversichert sind.

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