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Illegaler Hundehandel an der Grenze



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Der illegale Handel mit Hunden an der deutsch-polnischen Grenze erlebt derzeit eine wahre Renaissance: Vor allem am Wochenende werden die Tiere wie Stückgut auf Basaren angeboten – meist direkt aus den Kofferräumen von Autos heraus. 

Doch der Tierschutz-Verein für Berlin warnt alle Besucher dieser Märkte. Die meisten Tiere sind todsterbenskrank und verenden nach wenigen Tagen leidvoll bei ihren neuen Besitzern. „Vor allem jetzt, wo es auf Weihnachten zugeht, blüht der Handel mit den Tieren“, sagt Wolfgang Apel, Präsident des Tierschutz-Vereins für Berlin und des Deutschen Tierschutzbundes.

Sein Appell ist deshalb eindringlich: „Bitte sehen Sie von solchen Spontan-Käufen ab.“ Mit jedem Tier-Erwerb werde die Hunde-Mafia gestärkt. „Da wird skrupellos Geld verdient, ohne auf das Wohl der Hunde zu achten.” 

Nach Vorort-Recherchen des Berliner Tierschutz-Vereins und des Deutschen Tierschutzbundes werden die Hunde aller Rassen für rund 30 Euro angeboten – inklusive Papiere. Die entpuppen sich allerdings als gefälscht. „Die Tiere werden außerdem viel zu früh von ihren Müttern getrennt“, sagt Wolfgang Apel. Dabei bleibt nicht nur die wichtige Sozialisierung auf der Strecke. Die Tiere sind zudem völlig unterentwickelt, weil ihnen die wichtige, mineralstoff- und abwehrstoffhaltige Muttermilch fehlt. 

Die Folgen des Handels bekommt derzeit das Tierheim Berlin stark zu spüren. In diesem Jahr mussten bereits rund 60 Welpen aufgenommen werden, die vermutlich größtenteils aus Polen stammen. „Sie werden von Leuten abgegeben, die es sich dann doch anders überlegt haben oder die wegen plötzlich auftretenden Krankheiten völlig überfordert sind.“ Problematisch: Viele der Tiere erkranken an der hochansteckenden Parvovirose, die häufig zum Tod der Tiere führt. 

Inzwischen ist der Berliner Tierschutz-Verein in engem Kontakt mit polnischen Tierschützern. Mit dem Wegfall der Kontrollen an der Grenze zu Polen wollen die Tierschützer zusammen mit dem Deutschen Tierschutzbund mit gemeinsamen Aufklärungsaktionen in der Nähe der Basare präsent sein. Außerdem wollen die Verbände an die Grenzgemeinden herantreten und sie bitten, den Handel mit den Tieren zu unterbinden.

Gleichzeitig sollen Bundespolizei und Zoll aufgefordert werden, bei ihren Kontrollen auf den Bundesstraßen und Autobahnen ein besonderes Augenmerk auf die Einfuhr illegaler Hundewelpen zu richten. Denn: Für Tiere, die nach Deutschland gelangen,  muss ein gültiger EU-Heimtierpass mitgeführt werden.

Quelle: Tierschutz Berlin

1 Kommentar to “Illegaler Hundehandel an der Grenze”

  1. Sandra Rielke Sagt:

    Bitte immer Vorsicht beim Hundkauf, insbesondere Welpen!
    Kaufen Sie nicht bei illegalen Hundehändlern oder unseriösen Massenzüchter!
    Besuchen Sie die Website gegen illegalen Hundehandel!

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