Tier-kompakt

Beiträge und Tests rund um die lieben Vierbeiner

Neun Kameraden aus Märkisch Buchholz retteten „Petit Fleur“ das Leben



Den Helfern der Feuerwehr sei Dank! Hier ein kurioser Einsatz aus Brandenburg, Landkreis Dahme-Spreewald:

“MÄRKISCH BUCHHOLZ – Frierend harrte das Pferd in dem sumpfigen Teich aus. Fast hätte sich die Trakehner-Dame ihrem Schicksal ergeben. Aber als „Petit Fleur“ neun Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Märkisch Buchholz aus ihren traurigen Augenwinkeln erblickte, war das rettende Ufer in Sicht.

„So etwas habe ich in meinen 30 Jahren bei der Feuerwehr nicht erlebt“, sagt Jürgen Bulicke. Mit acht Kameraden wurde er Mittwochnachmittag nach Köthen zum Gestüt am Pichersee gerufen. Pfleger Gerhard Leitner hatte beim Füttern bemerkt, dass ein Pferd fehlt – zum Glück. „Sonst wäre das Tier eine Stunde später tot gewesen.“

Die Stute war von der Koppel des Gestütes ausgerissen, auf den zugefrorenen Tümpel getrabt und eingebrochen. Auf dem moddrigen Boden sackte der rund 500 Kilo schwere Vierbeiner immer weiter ab. „Da hat nur noch der Kopf aus dem Eis geguckt. Das hat uns umso mehr angespornt, das Pferd rauszuholen“, sagt Wehrführer Ronny Schaarschmidt.

Weil das Feuerwehrauto nicht bis zum Tümpel kam, schleppten die Kameraden Äxte, Seile und Leiterteile fast 400 Meter weit. Bevor sie sich selbst aufs glatte Eis begaben, sicherte sich jeder mit Seilen. „Oberstes Gebot war, dass keiner bei der Rettungsaktion reinfällt. Das hätte bei diesen eisigen Temperaturen verheerende Folgen gehabt“, so Wehrführer Schaarschmidt.

Vorsichtig rutschten die ersten Kameraden auf Leiterteilen an das Pferd heran. „Die Stute war völlig erschöpft und rund zehn Meter vom rettenden Ufer entfernt. Manchmal hat sie gezittert“, so Jürgen Bulicke. Hilflos schauten andere Pferde von der Koppel aus zu. Erst versuchten die Kameraden, das 15 Zentimeter dicke Eis mit Äxten aufzuschlagen. Dann griffen sie zur Motorsäge und bahnten „Petit Fleur“ eine Gasse. Zuletzt leinten sie das Pferd an, zogen es zu neunt aus dem Tümpel. Manchmal legte sich die Stute auf die Seite und wollte einfach nicht mehr. „Da haben wir ihr gut zugeredet: ’Komm schon, wir helfen dir’“, so Jürgen Bulicke. Nach einer Dreiviertelstunde hatte sich „Petit Fleur“ mit den Hufen über die Eiskante ans rettende Ufer gekämpft.

„Dem Tier geht es gut“, so die dankbare Besitzerin Elke Bröcker gestern gegenüber „Dahme-Kurier“. Sie ist froh darüber, dass die Pferdedame den Kopf oben behalten hat. (Von Frank Pechhold)”

Quelle: Märkische Allgemeine

Kommentar schreiben