Tier-kompakt

Beiträge und Tests rund um die lieben Vierbeiner

Pferdehaftpflicht: nicht für jeden das selbe Produkt



Ein Pferd ist ein Pferd und Pferdehalter gibt es viele. Eine Haftpflicht sollten auch alle haben. Jedoch benötigen nicht alle Pferdehalter das selbe Produkt. Genau auf die Unterschiede kommt es an, wenn man sich individuell und vor allem richtig versichern möchte. Das A und O ist ein gut informierter Versicherungsberater, doch auch diese gibt es leider nicht überall.  Also, wer braucht nun was??

1. Der private Pferdehalter
Schon aus dem BGB haftet der Tierhalter für Schäden an anderen Personen oder an Gegenständen Dritter. Dazu muss er nicht mal Schuld haben, denn er haftet auch ohne sein Verschulden aus dem Gesetz heraus. Daher ist eine private Pferdehalter Haftpflichtversicherung genau die richitge. Nun bleibt die Frage, welche Bestandteile wichtig sind. Wird eine Reitbeteiligung kostenlos im Vertrag mitversichert? Sind auch die Eigenschäden an der RB mitversichert, wenn diese z. B. vom Pferd fällt und sich das Bein bricht oder braucht sie eine extra Unfallversicherung? Sind Mietsachschänden mitversichert oder können diese zusätzlich eingeschlossen werden? Ist das Turnierrisiko abgesichert? Sind auch private Kutschfahrten mit eingeschlossen? Darf ich mein Pferd im Laufstall unterbringen ohne den Versicherungsschutz zu gefährden? Und wie siehst aus mit Reiten ohne Sattel und ihne Gebiss? All diese Fragen sollten je nach der individuellen Bedarfslage geklärt werden, bevor man sich dem Kriterium Preis widmet. Ein Fohlen benötigt keine kostenlose Reitbeteiligung im Versicherungsschutz, ein Gnadenbrotpferd benötigt kein Turnierrisiko und so weiter. In Anlehnung an die Kriterien kann nun der günstigste Anbieter gesucht werden. Nicht andersum!

2. Der gewerbliche Tierhalter
Der Unterschied zu den privaten Pferdehaltern liegt darin, dass die Tiere dem Lebensunterhalt dienen. Anders als der private Pferdehalter haftet er nicht, wenn kein Verschulden vorliegt. Dies ist ebenfalls im BGB geklärt: Die Ersatzpflicht tritt nicht ein, wenn der Schaden durch ein Haustier verursacht wird, das dem Beruf, der Erwerbstätigkeit oder dem Unterhalt des Tierhalters dient und der Tierhalter bei der Beaufsichtigung des Tieres die erforderliche Sorgfalt beachtet hat oder der Schaden auch bei Anwendung der Sorgfalt entstanden wäre. Nun heißt dies aber nicht, dass gewerbliche Tierhalter im Schadensfall ausm Schneider sind: wenn die Rinder von der Koppel ausbrechen und die Felder des benachbarten Betriebes umwühlen oder wenn ein Hengst übern Zaun geht und eine andere Zuchtstute deckt, dann ist auch hier eine gewerbliche Tierhalterhaftpflicht von Vorteil, welche die Schäden ersetzt.

3. Schulpferdehaftpflicht
Wer seine Pferde gegen Entgelt an andere verleiht, der haftet aus dem Gesetz für alle Schäden, die das Schulpferd an anderen Gegenständen oder anderen Menschen zufügt. Dies kann dann der Fall sein, wenn beispielsweise das Schulpferd beim Ausriff einen Zaun o.ä. beschädigt, einen Hund tritt oder schlimmsten Falls einen Menschen verletzt. Dann haftet der Besitzer des Pferdes. Daher hier unbedingt eine Schulpferdehaftpflicht abschließen. Ebenso ist diese von Vorteil, wenn das Schulpferd beim Satteln den Schüler tritt, ihn beim Reiten absetzt oder ähnliches. Personenschäden können sehr schnell in hohe Dimensionen gehen.

4. Therapiepferde
Therapiepferde sind letzten Endes natürlich auch Schul- und Verleihpferde. Jedoch gelten für sie andere Auflagen, damit die Versicherung im Schadenfall auch leistet. Eine Reittherapie mit Behinderten oder Problemkindern auf Therapiepferden wird üblicherweise auf extrem ruhigen Pferden in Einzelstunden durchgeführt oder durch Zusatzbeaufsichtigte mit abgesichert. Gruppenausritte finden in der Regel nicht statt.

5. Pensionspferde
Wer bei sich im Stall gegen Entgelt Pferde unterstellt, der benötigt eine Pensionspferdehaftpflicht. Diese ersetzt Schäden, die der Stallbetreiber verursacht. Wenn er beispielsweise das Weidetor aus Versehen offen gelassen hat und die Pferde davonlaufen. Kommt ein Pferd zu Schaden, so haftet die Versicherung.                                                                                                       

Ein Reitlehrer im Unterricht ist versicherungstechnisch nicht das Selbe wie ein Freizeitreiter und auch da muss im Versicherungsschutz unterschieden werden.

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