Tier-kompakt

Beiträge und Tests rund um die lieben Vierbeiner

Stiftung Ökotest über die Tierkrankenversicherung der Allianz



So wirklich gut fällt das Urteil der ÖKO Test über die Tierkrankenversicherung der Allianz nicht aus..

“Test: Allianz Tierkrankenversicherung
Hohe Versicherungssummen täuschen

Nicht immer ist es sinnvoll, eine Tierkrankenversicherung abzuschließen. Besser: Geld auf die hohe Kante legen, das Tier gut ernähren und ihm viel Bewegung verschaffen.

Was es ist: Die Allianz Tierkrankenversicherung bietet Hunde- und Katzenbesitzern Schutz bei Unfällen und Erkrankungen. Im Tarif Optimal werden Operationen und Heilbehandlungen für Hunde und Katzen bezahlt; im Tarif Basis nur Operationen für Hunde. Die Jahresprämie für OP-Schutz liegt bei 158 Euro. Die Prämien für Rundumschutz liegen für Hunde zwischen 333 Euro (Katze: 180) und 421 Euro (Katze: 311). Für Tiere, die nicht mit einem Chipimplantat oder einer Tätowierung kenntlich gemacht wurden, ist ein Aufschlag von zehn Prozent fällig. Grundsätzlich werden nur gesunde Tiere versichert. Ganz junge (unter acht Wochen) und ältere Tiere (über fünf bzw. sieben Jahre) bleiben ohne Schutz.

Was es bringen soll: Die neue Versicherung soll die rund 13 Millionen Tierliebhaber vom hohen Kostendruck freistellen. Ebenso wie Menschenärzte rechnen die fürs Animalische zuständigen Mediziner nach einer Gebührenordnung ab und können bis zum dreifachen Satz verlangen. Diese Abrechnung dürfte in den rund 5.000 Kleintierpraxen im Trend liegen, denn die Gebührenordnung stammt aus dem Jahr 1999. Teure Behandlungen können bis 3.000 Euro kosten. Allianz Vorstand Karl-Walter Gutberlet: „Wir gehen von einer hohen Nachfrage der deutschen Tierhalter aus.“

Wo es hakt: Auf den ersten Blick wirken die Versicherungssummen üppig. So zahlt die Allianz für die reine Hunde-OP-Police bis zu 2.000 Euro pro Operation. Insgesamt pro Jahr 3.000 Euro. Bei der Tierkrankenversicherung gibt es pro OP bis 3.000 Euro und pro Heilbehandlung bis zu 1.000 Euro. Die Jahreshöchstleistung ist auf 4.000 Euro begrenzt. Bei jedem Versicherungsfall wird aber eine Selbstbeteiligung von 20 Prozent fällig. Die Kunden erhalten also immer nur 80 Prozent der Kosten ersetzt. Zudem wird bei den Allianz-Tierkrankenpolicen nur der zweifache Gebührensatz für Tierärzte ersetzt. Vorsorgebehandlungen und Kastrationen werden gar nicht bezahlt, auch Behandlungen für angeborene „Fehlentwicklungen“ nicht.

Was wir davon halten: Nach den gleichen Modellrechnungen, die wir in unserem Test Tierversicherungen in der Aprilausgabe 2008 verwendet haben, spart der Allianzkunde im Vergleich zum unversicherten Tierbesitzer nur rund 13 Prozent für den Hund und rund sieben Prozent für die Katze (Bewertung: niedrige Ersparnis). Allein mit der Hunde-OP-Police kann die Allianz mit einer Kostenübernahme von 31 Prozent (mittlere Ersparnis) punkten. Doch auch hier sind andere Angebote wesentlich besser. Zudem können Tierkrankenversicherungen im Schadenfall gekündigt werden. Wer sichergehen will, dass er mit seinem ans Herz gewachsenen, aber sehr kranken Lieblingstier nicht aus der Versicherung fliegen will, sollte erst gar keine abschließen und stattdessen frühzeitig Geld für Behandlungen auf die hohe Kante legen, sein Tier gut ernähren und ihm viel Bewegung verschaffen. Dann bleiben Tier und Herrchen lange gesund.”

Da es doch Versicherungen gibt, die eine Tierkrankenversicherung für Hund, Pferd und Katze anbieten und dabei auf Höchstgrenzen verzichten, dann sollte man lieber diese verwenden.

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