Tier-kompakt

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Veranstalter nehmen Stellung zur Doping-Problematik im Pferdesport



Warendorf – Die führenden deutschen Turnierveranstalter begrüßen die aktuell bereits von der FN eingeleiteten Maßnahmen im Kampf gegen Doping und Tierquälerei. Sie fordern die FN auf, die folgenden Maßnahmen schnellstmöglich, spätestens jedoch bis zum 01. März 2009 umzusetzen.

Vorbemerkung

Die FN soll sich dem Nationalen Sportgericht unterwerfen, welches auf der Basis des NADA-Codes die Urteile fällt. Gegen sein Urteil kann – einmalig von jeder Partei – beim CAS Widerspruch eingelegt werden. Das Urteil des CAS ist final und unanfechtbar.

Grundlage aller Entscheidungen sollen die Regeln der FEI auf der Basis des WADA-, resp. des NADA-Codes sowie der LPO sein. Um sicherzustellen, dass dem Wohlergehen der Pferde oberste Priorität eingeräumt wird, sollen die offiziellen Beobachter / Kontrolleure (Stewards) weiter geschult und sensibilisiert werden. Ihre Anzahl soll erhöht werden.
Medikation / Doping
1. Die Verantwortung für das Pferd liegt ausschließlich beim Reiter.
2. Die Turnierpferde sollen durch NADA / WADA als Leistungssportler eingestuft werden.
3. Jegliche Medikation / Behandlung des Pferdes ist im Medikationsbuch / FEI-Pass festzuhalten.
4. Im übrigen gilt die „Null-Lösung“.
5. Spätestens zehn Tage nach Veranstaltungsende soll das Ergebnis der A-Probe vorliegen.
6. Zusätzlich wird bei Championaten und anderen großen Turnieren der Einsatz mobiler Labors angestrebt.
7. Bei positiver A-Probe soll durch die NADA / nationales Sportgericht sofort die Einordnung unerlaubte Medikation oder Doping erfolgen.
8. Unerlaubte Medikation wird mit mindestens einem Jahr Sperre für den Reiter bestraft. Im Wiederholungsfall wird die Strafe verdoppelt. Das Pferd wird in beiden Fällen für sechs Monate gesperrt.
9. Doping wird mit mindestens zwei Jahren Sperre für den Reiter bestraft. Im Wiederholungsfall wird die Strafe verdoppelt. Das Pferd wird in beiden Fällen für sechs Monate gesperrt.
10. Im Falle einer Verurteilung bei unerlaubter Medikation wird für mindestens zwei Jahre von einer Nominierung des Reiters durch den nationalen Verband für Championate und Nationenpreise abgesehen.
11. Alle zur Verfügung stehenden effektiven und aussagekräftigen Kontrollmöglichkeiten (Gamaschenkontrolle, Haarprobe etc.) sollen eingesetzt werden.
12. Bereits angestoßene Maßnahmen (Erhöhung der Anzahl von Dopingproben – so werden bereits bei allen weltranglistenrelevanten Prüfungen die drei erstplatzierten Pferde ebenso kontrolliert wie die Pferde, bei denen ein Richter Auffälligkeiten festgestellt hat – , Erhöhung der Pferdekontrollen und der Anzahl der Stewards / sofortige Suspendierung bei positiver A-Probe etc.) werden weiterverfolgt.
13. Neben den Turnier-Kontrollen sollen unangemeldete Kontrollen in der wettkampffreien Zeit durchgeführt werden.

Tierquälerei
1. Der Reiter ist dafür verantwortlich, dass jegliche Art von Tierquälerei ausgeschlossen ist. Unter Tierquälerei wird der in §17 des Tierschutzgesetzes beschriebene Straftatbestand verstanden.
2. Neben den Turnier-Kontrollen sollen unangemeldete Kontrollen in der wettkampffreien Zeit durchgeführt werden.
3. Tierquälerei wird streng bestraft. Bei erstmaliger nachgewiesener Tierquälerei sollen mindestens zwei Jahre Sperre für den Reiter verhängt werden, im Wiederholungsfall vier Jahre.

Die nationalen Veranstalter werden zeitnah Gespräche mit allen wichtigen internationalen Turnierveranstaltern führen mit dem Ziel, dass die oben beschriebenen Forderungen, abhängig von den jeweiligen nationalen Begebenheiten, weltweit Anwendung finden. Gleichzeitig soll die deutsche FN die Umsetzung bei der FEI einfordern.

28.10.2008 (Pressemitteilung)

1 Kommentar to “Veranstalter nehmen Stellung zur Doping-Problematik im Pferdesport”

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